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Raubgut: Museum für Franken zeigt jüdische Ritualgegenstände | BR24

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Verschollen geglaubtes Raubgut ist bei einer Bestandsaufnahme des Museums für Franken in Würzburg wiederaufgetaucht. Unter dem Motto "7 Kisten mit jüdischem Material" werden die Schätze nun der Öffentlichkeit präsentiert.

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Raubgut: Museum für Franken zeigt jüdische Ritualgegenstände

Das Museum für Franken in Würzburg präsentiert verschollen geglaubtes Raubgut. "7 Kisten mit jüdischem Material" lautet der Titel einer Ausstellung über Ritualgegenstände. Das Museum hatte sie vor drei Jahren in seinem Depot wiederentdeckt.

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Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Jüdischen Museum München und dem Museum für Franken. Ihr Titel: "Sieben Kisten mit jüdischem Material. Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute". Dabei zeigt das Museum für Franken in der Würzburger Festung rund 150 Ritualgeräte, die aus unterfränkischen Synagogen geraubt wurden und lange Zeit als verschollen galten.

Objekte im Depot wiederentdeckt

Die Exponate zeugen von einem regen jüdischen Leben, das durch den nationalsozialistischen Völkermord ausgelöscht wurde. Die Objekte wurden im Museum für Franken wiederentdeckt – durch Zufall. 2016 hatte das Museum für Franken damit begonnen seine Depotbestände in einer Datenbank zu erfassen. Dabei tauchten sieben Munitionskisten mit jüdischem Material auf.

Die Ritualgegenstände haben Experten im Jüdischen Museum in München anschließend gesichtet und erforscht. Dabei konnten sie sieben unterfränkischen Synagogen Inhalte aus den Kisten zuordnen. Einzelne Exponate stammen demnach aus den Synagogen in Arnstein, Ebelsbach, Gochsheim, Heidingsfeld, Miltenberg, Schweinfurt und Würzburg.

Ausstellung erzählt Biografien

Unter den Kostbarkeiten, die das Museum für Franken zeigt, befindet sich zum Beispiel ein Silberbecher. Ihn hatten einst die Eheleute Tony und Berthold Strauß anlässlich ihrer Hochzeit an die Synagoge in Arnstein (Landkreis Main-Spessart) gestiftet. Die Ausstellung dokumentiert nun den Weg des Paares bis in die Vernichtung. Die Macher wollen Einzelschicksale erfahrbar machen und zeigen, "welches blühende jüdische Leben zerstört und ausgerottet wurde", sagt Claudia Lichte, Leiterin des Museums.

Die Ausstellung in Würzburg geht noch bis 20. Oktober 2019. Bis Anfang Mai sind die Ausstellungsstücke bereits im Jüdischen Museum in München gezeigt worden.