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Ralf Konersmanns rastlose Streifzüge durch die Unruhe

Unruhe ist der rote Faden unserer Kultur, sagt Ralf Konersmann. Regeln erscheinen ihr als Reglementierungen, Bindungen als Behinderungen, Vereinbarungen als Fesseln.Der Unruhe-Spezialist und Kieler Philosoph hat ein "Wörterbuch der Unruhe" vorgelegt.

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Ralf Konersmann hat der "Unruhe der Welt" schon vor zwei Jahren ein Buch gewidmet, in dem er Geschichte und Genese der Unruhe nachging. Jetzt reicht er ein „Wörterbuch der Unruhe“ nach, um damit, wie er sagt, „die Welt der Unruhe“ weiter zu erforschen: in 30 kurzen Essays, die von Umwertungen, Umdeutungen, Bedeutungsverschiebungen einzelner Begriffe erzählen.

Untugenden der Unruhekultur

Der „Konformismus der Unruhe“ habe unser Bewusstsein durchdrungen und ein robustes Weltbild etabliert, in das wir alle eingebunden sind. Selbst Gegenbegriffe wie „Entschleunigung“ sind allein schon durch die Wortwahl der Unruhekultur verpflichtet: man hätte auch „Verlangsamen“, „Zügeln“, „Warten“, „Lassen“ sagen können - Begriffe, die in der Unruhekultur allerdings verpönt sind.


Konersmanns Wörterbuch will die Präsenz dieser Unruhekultur bewusst machen, ihre Vorannahmen aufdecken - und zeigen, dass auch das, was heute als normal und unbestreitbar gilt, geworden und seinerseits veränderbar ist. Konersmann will sich der Unruhe nicht gänzlich entziehen, aber er will einen anderen Standort gewinnen: Dazu setzt er auf eine Reflexionskultur, die sich auf Umwege und Aufschübe einlässt.

Ralf Konersmann: "Wörterbuch der Unruhe". S. Fischer Verlag, 352 Seiten, 24 Euro