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Radio: "Analog muss sterben, damit Audio leben kann" | BR24

© BR/Sissi Pitzer

Radio ist nicht tot. Es funktioniert in der großen Audio-Welt, in der sich neue, vielfältige Angebote und Nutzungsmöglichkeiten entwickeln. Die Digitalisierung des Hörens ist nicht aufzuhalten.

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Radio: "Analog muss sterben, damit Audio leben kann"

Radio ist nicht tot. Es funktioniert in der großen Audio-Welt, in der sich neue, vielfältige Angebote und Nutzungsmöglichkeiten entwickeln. Die Digitalisierung des Hörens ist nicht aufzuhalten.

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Audio entwickelt sich weg vom rein linearen, analogen Angebot hin zur Nutzung On-Demand. Dazu gehören Musikstreaming, Radioinhalte in Mediatheken, klassische Podcasts. Wie beim Fernsehen, kann so auch Audio zu jeder Zeit an jedem Ort genutzt werden; die Hörzeit nimmt zu. Das wurde auf dem Digitalradiotag im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin deutlich. Auch die ARD baut die technischen und inhaltlichen Angebote von Audio aus:

"Die ARD setzt ganz klar auf eine Hybridstrategie. Das heißt, wir bieten weiterhin lineares Radio, in der Perspektive DAB+, und wir setzen auch auf die Internetwelt, beispielsweise auf Streamingangebote. Außerdem haben wir unsere Audiothek, die viele entdeckt haben und die ein schönes Hörerlebnis bietet." Karola Wille, stellvertretende ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin

Hören via Smartphone

Über welche Technologien kommen Radio und Audio zum Publikum? UKW dominiert zwar noch den Markt, doch der digitale Empfangsweg DAB+ hat deutlich aufgeholt, innerhalb eines Jahres um über 30 Prozent zugelegt. In absehbarer Zeit soll in der Hälfte aller Haushalte mindestens ein DAB-Empfangsgerät stehen.

Außerdem hören immer mehr Menschen online – ob Webradio oder On-Demand-Angebote wie Podcasts oder Hörspiele. Gehört wird dann kaum mehr am Radiogerät – obwohl es Internetradios gibt -, sondern es kommen andere, neue Geräte ins Spiel:

"Wenn jemand Online-Audio-Angebote nutzt, dann ist das Smartphone die bevorzugte Technologie. Das gilt zu Haus und unterwegs, auch im Auto. Die Audionutzung im Auto findet zu 95 Prozent dadurch statt, dass jemand sein Smartphone an das Autoradiogerät koppelt." Oliver Ecke, Direktor am Markforschungsinstitut Kantar

Audio auf Zuruf

Außerdem spielen inzwischen noch ganz andere Geräte auf der Audio-Klaviatur: Alexa & Co. Wer sich so einen Smartspeaker in die Wohnung stellt, nutzt darüber zu fast 90 Prozent auch Audio.

"Diejenigen, die sich so ein Gerät angeschafft haben, sagen, dass sich ihre Audionutzung zum Positiven verändert hat. Zumal die meisten Geräte im Wohnzimmer stehen, was nichts Anderes bedeutet, als dass Radio über die Smartspeaker in der Lage ist, die Wohnzimmer zurückzuerobern – vom Fernsehen vielleicht." Oliver Ecke, Direktor am Markforschungsinstitut Kantar

Audio: Die vielfältigen Angebote funktionieren nur digital

In zehn Prozent der deutschen Haushalte steht aktuell ein Smartspeaker. Experten gehen davon aus, dass sie innerhalb von fünf Jahren die Hälfte aller Haushalte erobern werden – trotz Datenpannen und Überwachungsproblematik.

Medienberater Lars Peters geht sogar noch einen Schritt weiter: "Analog muss sterben, damit Audio leben kann", meint er. Denn die vielfältigen Angebote, die Audio zu bieten hat, funktionieren in ihrer Breite nur digital. Idealerweise gibt es einen Rückkanal, damit jeder einzelne mitteilen kann, was genau er oder sie jetzt hören will. Das gute, alte Küchenradio bietet das alles nicht. Peters: "Von daher brauchen wir Smartphone, Smartspeaker und ansonsten alles, was digital ist."