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Punk-Mythos: Geschichte der Sex Pistols wird verfilmt | BR24

© Johnny Eggitt/Picture Alliance

Sex Pistols: Punk-Mythos wird verfilmt

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    Punk-Mythos: Geschichte der Sex Pistols wird verfilmt

    Sie gelten als Mitbegründer des Punk-Rock und waren stilistisch wie musikalisch wegweisend. Jetzt wird der Aufstieg der Sex Pistols von Regisseur Danny Boyle ("Slumdog Millionaire") für das Fernsehen verfilmt. Die Dreharbeiten beginnen im März.

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    Von
    • Markus Aicher

    Der 64jährige Routinier Boyle, der zuletzt im Sommer 2019 mit der Musikkomödie "Yesterday" in den deutschen Kinos vertreten war, soll für den amerikanischen Sender FX eine sechsteilige Serie über die Sex Pistols inszenieren. Die Story basiert nach Angaben des Magazins "Entertainment Weekly" auf der Autobiografie des heute 65-jährigen Gitarristen der Band, Steve Jones. Das Buch trägt den Titel "Lonely Boy", die TV-Fassung schreiben Pearce and Frank Cottrell Boyce. Laut Danny Boyle war der Erfolg der Sex Pistols Mitte der 1970er-Jahre der Moment, in dem sich die britische Gesellschaft und Kultur für immer veränderten.

    "No Future" wurde zum Emblem des Punk

    "God save the Queen – the fascist regime!" mit diesen Auftaktzeilen aus ihrem gleichnamigen Song stürmte die Punkband im Mai 1977 die britischen Musikcharts. Die zweite Single der Gruppe um Sänger Johnny Rotten, die damals passend zum 25. Jubiläum der Thronbesteigung von Queen Elisabeth erschien, war eine kontrovers diskutierte Kampfansage an die britische Monarchie und schredderte akustisch gleichsam die offizielle Nationalhymne. "There is no future in England's dreaming", hieß es da weiter, und das brachte alles auf den Punkt, was politisch und gesellschaftlich in der nachfolgenden Ära der Premierministerin Margret Thatcher geschehen sollte. Die Endzeile des Songs – "no future" – wurde gleichsam zur emblematischen Überschrift der gesamten Punkbewegung.

    © Picture Alliance

    Auch älter geworden: Die Sex Pistols

    Danny Boyle wird mit den Worten zitiert: "Stell dir vor, du brichst mit deinen Kumpels in die Welt von 'The Crown' und 'Downton Abbey' ein und schreist deine Lieder und deine Wut über alles, wofür diese Welt steht, heraus." Gewöhnliche junge Leute hätten damals die Bühne betreten, so Boyle: "Und jeder musste zuschauen und zuhören. Und jeder fürchtete sie – oder folgte ihnen."

    Sid Vicious starb im Drogenrausch

    1977 erschien das einzige Studioalbum der berühmten Band um den schrill-rotzigen Frontmann und Sänger Johnny Rotten: "Never Mind the Bollocks, Here's the Sex Pistols." In der Folge entstanden dann drei Filme unter der Regie von Julien Temple und mit "The Great Rock 'n' Roll Swindle" gab es noch den passenden Soundtrack dazu. Zur Band, die sich bereits 1978 nach einer US Tournee ebenso plötzlich auflöste, wie sie zuvor berühmt geworden war, gehörten neben Rotten Drummer Paul Cook, Gitarrist Steven Jones und ursprünglich Bassist Glen Matlock. Er wurde später von Sid Vicious ersetzt. Vicious starb 1979 im New Yorker Chelsea Hotel an einer Überdosis Rauschgift, nachdem er durch Kaution auf freien Fuß gesetzt worden war – er war verdächtigt worden, im Drogenrausch seine Freundin Nancy Spungen erstochen zu haben.

    In der US-Serie mit dem Arbeitstitel "Pistol" soll die 23-jährige Maisie Williams, bekannt aus "Game of Thrones", das Vivienne-Westwood-Model Pamela Rooke verkörpern. Der 2019 bei den Filmfestspielen in Venedig als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnete Toby Wallace spielt Gitarrist Steve Jones. Und für die Rolle von Sid Vicious ist der 17-jährige englische Schauspieler Louis Partridge vorgesehen.

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