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© dpa-Bildfunk

Kevin Spacey

Drei Minuten und sechs Sekunden lang ist das Video, das Kevin Spacey Ende Dezember veröffentlicht. In der Rolle seiner skrupellosen "House of Cards"-Figur Frank Underwood hält er einen bizarren Vortrag: "Natürlich haben einige alles geglaubt und haben den Atem angehalten, dass ich alles gestehe. Sie warten nur darauf, dass ich sage, alles, was die Leute sagen, ist wahr, und dass ich bekomme, was ich verdient habe. Wäre das einfach, wenn alles so simpel wäre?"

"Schämen Sie sich, was Sie meinem Sohn angetan haben"

Das Video veröffentlicht Spacey am Weihnachtstag, als die Anklage eines Gerichts in Nantucket wegen unsittlichem Angriff und Körperverletzung bekannt wird. Der Schauspieler soll 2016 einen 18-Jährigen begrapscht haben. Die Mutter des jungen Mannes sagt auf einer Pressekonferenz, der Schauspieler habe ihrem Sohn einen Drink nach dem anderen ausgegeben. Dann sei er übergriffig geworden, so Heather Unruh: "Spacey hat seine Hand in die Hose meines Sohns gesteckt und seine Genitalien berührt. Das war komplett unerwartet. Die Bemühungen meines Sohnes, seinen Körper wegzubewegen war nur kurz von Erfolg. Der Übergriff ging weiter."

Kevin Spacey hat bereits erklärt, dass er auf unschuldig plädieren wird. Seine Anwälte haben bei einer Anhörung deutlich gemacht, dass sie die Glaubwürdigkeit des damals 18-Jährigen anzweifeln werden. Der habe über sein Alter gelogen. Kevin Spacey kommt in Neuengland vor Gericht. In Los Angeles und London gibt es weitere Menschen, die den 59-jährigen Oscar-Gewinner beschuldigen, sie belästigt zu haben. Heather Unruh spricht in ihrer Pressekonferenz Spacey direkt an: "Kevin Spacey will ich sagen: Schämen Sie sich, was Sie meinem Sohn angetan haben."

Kevin Spacey muss vor Gericht erscheinen

Kevin Spacey hat den Richter gebeten, nicht persönlich vor Gericht erscheinen zu müssen. Damit würde die negative Publicity nur noch weiter vergrößert. Der Richter hat den Antrag abgelehnt. Der Schauspieler ist nach den Missbrauchsvorwürfen unter anderem bei der Erfolgsserie "House of Cards" rausgeflogen. Er hat sich weitgehend zurückgezogen in den letzten Monaten. Bis zu seinem Video vor ein paar Tagen. Da sagt er mit der Stimme seiner Filmrolle Frank Underwood: "Ich werde nicht für etwas zahlen, was ich nicht getan habe."

Am Ende wird das Gericht in Nantucket entscheiden, was Kevin Spacey getan hat oder was er auch nicht getan hat. Sollte Spacey für schuldig befunden werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis und der Eintrag als Sexualstraftäter.

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