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Dokumentation: Jugendjahre im KZ | BR24

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Stacheldraht im KZ Mauthausen

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    Dokumentation: Jugendjahre im KZ

    Während der eine deportiert wird, durchläuft der andere die Nazi-Eliteschule Napola und schüttelt dem "Führer" die Hand. Ihre Lebenswege kreuzen sich im KZ Gusen. Das Filmprotokoll einer anrührenden Begegnung - im BR Fernsehen und hier im Netz.

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    *Am Mittwoch, 22.04. läuft um 22.00 Uhr im BR Fernsehen die Dokumentation "Getrennt durch Stacheldraht: Jugendjahre im KZ Gusen". Eine Koproduktion von BR, HR und ORF.

    *Hörpfade binational: War mein Großvater ein Verbrecher? Ein Erinnerungsprojekt in Gusen, Mauthausen und Dachau.

    *Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg: Hier finden Sie Hintergründe zum Kriegsende 1945 - auch in Ihrer Region.

    Ihre Biographien könnten unterschiedlicher nicht sein: Der Slowene Dušan Stefančič kämpft als Häftling täglich um sein Leben, der Deutsche Walter Chmielewski genießt als Sohn des Lagerleiters Privilegien. Ihre Lebenswege kreuzen sich im österreichischen Konzentrationslager Gusen, einem Zweiglager des KZ Mauthausen.

    75 Jahre später begegnen sie sich zum ersten Mal persönlich. Die TV-Dokumentation "Getrennt durch Stacheldraht: Jugendjahre im KZ Gusen" erzählt davon.

    Der Zufall der Geburt

    Dušan Stefančič, geboren in Slowenien 1927, erlebt als 14-Jähriger den Einmarsch der Deutschen Wehrmacht, erledigt Botengänge für den slowenischen Widerstand, wird verhaftet und deportiert. Über die Stationen Dachau, Markirch, Natzweiler und Mauthausen gelangt er schließlich in das Konzentrationslager Gusen.

    Nur einen Steinwurf davon entfernt lebt der zwei Jahre jüngere Walter Chmielewski, 1929 geboren in München. Nach Kriegsausbruch zieht seine Familie nach St. Georgen an der Gusen. Sein Vater ist SS-Hauptsturmführer Karl Chmielewski, der den Auftrag hat, dort ein Konzentrationslager zu errichten. Er wird als der erste Lagerleiter traurige Berühmtheit als "Der Teufel von Gusen“ erlangen.

    Zwei Männer, zwei Welten - getrennt durch Stacheldraht

    Der Nationalsozialismus und seine Auswirkungen prägen Leben und Schicksal der beiden Protagonisten. Der eine wird seiner Familie entrissen, ist im Lager unsäglichen Schikanen durch die SS-Wachen ausgesetzt und wird zu körperlicher Schwerstarbeit, unter anderem im geheimen unterirdischen Flugzeugwerk "Bergkristall“, gezwungen, ehe er nach vielen Monaten befreit wird.

    Der andere leidet unter den innerfamiliären Spannungen zwischen dem Münchner Großvater, einem überzeugten Sozialdemokraten, und dem linientreuen nationalsozialistischen Vater, durchläuft die Ausbildung in der NS-Eliteschule Napola, zieht nach Österreich und lebt dort jahrelang wohlbehütet und privilegiert in unmittelbarer Nähe zu Stacheldrahtzäunen und Häftlingsbaracken.

    © Dušan Stefančič

    Dušan Stefančič als Kind

    © Walter Chmielewski

    Walter Chmielewski als Kind

    Geschichte aus Kinderperspektive

    Die Dokumentation wird nur aus der Perspektive der beiden Jungen erzählt. Walter und Dušan schildern ihre ganz persönliche Sicht auf die jeweils eigene Seite des Lagerzauns. Sie lebten monatelang nur einen Steinwurf voneinander entfernt, aber unter extrem verschiedenen Umständen. Bislang sind sich die beiden noch nie persönlich begegnet. Nun werden sie erstmals aufeinandertreffen, sich persönlich begegnen und in die Augen sehen, nach 75 Jahren.

    Das Schicksalsjahr 1945

    Sehr unterschiedlich verliefen auch beider Lebensläufe nach Kriegsende und der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Amerikaner am 5. Mai 1945: Dušan Stefančič gelang es, unmittelbar danach zurück nach Slowenien zu reisen. Nur zwei Wochen nachdem er das Lager verlassen hatte, musste er in der Heimat schon wieder die Schulbank drücken, als wäre nichts gewesen.

    Walter Chmielewski hingegen war kurz vor Kriegsende noch eingezogen und an die Front geschickt worden. Nach seiner Gefangennahme landete er ausgerechnet im KZ Gusen, welches die Amerikaner mittlerweile als Kriegsgefangenenlager nutzten. Erst jetzt wurde ihm das ganze Ausmaß der furchtbaren Geschehnisse der vergangenen Jahre klar. Der Sohn des "Teufels von Gusen“ musste eigenhändig tausende Tote in Massengräbern bestatten, die durch die Hand und auf Veranlassung seines Vaters ermordet worden waren.

    BR-Redaktion: Andrea Bräu