BR24 Logo
BR24 Logo
Kultur

Höchster Architektur-Preis geht an zwei irische Architektinnen | BR24

© picture alliance / AP Images

Yvonne Farrell und Shelley McNamara erhalten den Pritzker-Preis 2020

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie

Höchster Architektur-Preis geht an zwei irische Architektinnen

Freiräume schaffen mit Schulen und Universitäten: Das ist das große Thema der beiden irischen Architektinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara. Jetzt erhalten die Architektinnen, die 2018 die Biennale in Venedig kuratierten, den Pritzker-Preis.

Per Mail sharen

Seit 1978 arbeiten Yvonne Farrell und Shelley McNamara (Jahrgang 1951 und 1952) zusammen in dem von ihnen mitbegründeten Architekturbüro Carfton in Dublin. Einer breiteren Öffentlichkeit wurden die beiden bekannt, als sie zusammen 2018 unter dem Motto "Freespace", "Freiraum" die Architektur-Biennale in Venedig kuratierten. Yvonne Farrell und Shelley McNamara beschworen den Freiraum als Freigebigkeit des Geistes, als Mut zu einem neuen Denken, zugleich als Sinn für Menschlichkeit und Grundlage der Architektur. Damals bescheinigte man den beiden Architektinnen einen tiefen Sinn für die Poetik des Bauens, kritischere Stimmen sprachen auch von einer "Poetik der Leere".

Zwei Frauen, die auf viele Architektinnen weltweit aufmerksam machen

Die Auszeichnung mit dem renomiertesten Architekturpreis der Welt soll ausdrücklich auch auf die vielen Architektinnen weltweit aufmerksam machen, die bislang nicht gewürdigt wurden. Vor Yvonne Farrell und Shelley McNamara haben nur die Britin Zaha Hadid (2004) und die Japanerin Kazuyo Sejima (gemeinsam mit Ryue Nishizawa 2010) diese höchste Auszeichnung der Branche erhalten. "Der Pritzker-Preis feiert architektonisches Talent, und dieses Jahr ist es eine ganz besondere Feier, weil die Gewinner nicht nur Vorzüglichkeit in ihrer Arbeit repräsentieren, sondern uns auch dazu auffordern, auf die vielen, vielen Frauen zu schauen, die rund um die Welt als Architektinnen arbeiten", sagte Martha Thorne, geschäftsführende Direktorin des Pritzker-Preises und Dekanin der School of Architecture and Design an der IE University in Madrid.

© Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Photo courtesy of Ros Kavanagh

Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Loreto Community School 2006, Milford, Ireland

© Yvonne Farrell und Shelley McNamara

Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Loreto Community School 2006, Milford, Ireland

© Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Photo courtesy of Ros Kavanagh

Urban Institute of Ireland 2002, Dublin, Irland

© Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Photo courtesy of Federico Brunett

Yvonne Farrell und Shelley McNamara: : Universita Luigi Bocconi 2008, Mailand

© Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Photo courtesy of Federico Brunett

Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Universita Luigi Bocconi 2008, Mailand

© Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Photo courtesy of Dennis Gilbert

Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Université Toulouse 1, Capitole, School of Economics , 2019

© Yvonne Farrell und Shelley McNamara: Photo courtesy of Dennis Gilbert

So gibt die Universität in Toulouse von Yvonne Farrell und Shelley McNamara den Blick auf die Stadt frei

Zu den preisgekrönten Arbeiten von Yvonne Farrell und Shelley McNamara gehören Schulen wie die Loreto Community School in Milford, Irland, Universitäten in Toulouse und in Mailand. "Als Architekten und Lehrer kreieren Farrell und McNamara seit den 1970ern Räume, die gleichzeitig respektvoll und neu sind", hieß es am Dienstag in Chicago von der Hyatt-Stiftung, die den Preis vergibt. Die Jury bescheinigt Farrell und McNamara ein tiefes Verständnis vom Geist eines jeweiligen Ortes: der Umgebung des Gebäudes, des Stadtviertels, der Stadt und des Landes. Ihre Bauwerke fördern und verbessern lokale Gemeinschaften, heißt es in der Begründung für den Architekturpreis. Sie seien "gute Nachbarn", die helfen, dass Städte besser funktionieren.

Der Pritzker-Preis

Der mit 100.000 Dollar dotierte Pritzker-Preis gilt als Nobelpreis der Architektur. Er wird seit 1979 jährlich vergeben. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern vergangener Jahre sind Frank Gehry, Rem Koolhaas, Zaha Hadid und Shigeru Ban. Vergangenes Jahr gewann der Japaner Arata Isozaki den begehrten und hochdotierten Preis.

Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!