BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Pom Poko: Norwegische Pop-Band kombiniert Lärm mit Niedlichkeit | BR24

© Audio: BR / Foto: Bella Union / PIAS
Bildrechte: Bella Union / PIAS

Die norwegische Band Pom Poko hat gerade ihr zweites Album herausgebracht, mit dem Titel "Cheater". Erscheinen ist es bei einem Indie-Label in Großbritannien. Die Band hat durch ihre Liveauftritte vor Corona eine große internationale Fangemeinde.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Pom Poko: Norwegische Pop-Band kombiniert Lärm mit Niedlichkeit

Seit 2016 hat sich Pom Poko mit furiosen Liveauftritten eine treue Fangemeinde weit über ihre Heimat Norwegen hinaus erspielt. Die logische Folge: Ihre Alben, so auch das zweite mit dem Titel "Cheater", erscheinen bei einem Label in Großbritannien.

Per Mail sharen
Von
  • Bernhard Jugel

Pom Poko lieben Gegensätze und scheinbar Unvereinbares. Ihre Musik besteht gleichermaßen aus brachialem Lärm und lieblichen Melodien, enthält sowohl simple Unisono-Passagen wie komplizierte Taktwechsel. "Wir wollten diesmal noch mehr in die Extreme gehen," sagt Sängerin Ragnhild Fangel über das zweite Album von Pom Poko. "Deswegen haben wir die radikalen, schmerzhaften Anteile genauso verstärkt wie die schönen und lieblichen." Tatsächlich sind die Songs von Pom Poko oft eine Achterbahnfahrt der Gefühle, geprägt von rasanten Stimmungswechseln und einer erstaunlichen Laut-Leise-Dynamik.

Schräger Art-Rock und Pop-Phänomene aus Asien

Ihren recht rohen Bandsound kombinieren Pom Poko mit komplexen, ausgefeilten Kompositionen. In schrägen Grooves und überraschenden Breaks klingt die Jazzvergangenheit der Musiker manchmal noch an, denn kennengelernt haben sich Sängerin Ragnhild Fangel, Gitarrist Martin Miguel Tonne, Bassist Jonas Krøvel und Schlagzeuger Ola Djupvik während eines Jazz-Studiums im norwegischen Trondheim. Fasziniert sind die Skandinavier von fernöstlichen Pop-Phänomenen. Den Bandnamen haben sie einem Zeichentrickfilm des legendären japanischen Anime-Studios Ghibli entlehnt. Und die oft eingängigen Gesangsmelodien sind offenbar von asiatischem K-Pop inspiriert – sonst würde die Band ihren Stil selbst wohl kaum als K-Punk bezeichnen.

© Bella Union / PIAS
Bildrechte: Bella Union / PIAS

Das Cover des neuen Pom-Poko-Albums "Cheater"

Während Pom Poko die Songs ihres ersten Albums "Birthday" vor der Studioeinspielung noch live bei Konzerten testen konnten, ist ihr zweites Album während des Lockdowns entstanden. Das hat dazu geführt, dass die Musik erst im Studio fertig geprobt und dass Ecken und Kanten nicht so sehr abgeschliffen wurden wie beim Vorgängeralbum. Für eine spontan agierende Band wie Pom Poko ist das aber eher ein Vorteil, denn so wirkt ihre Musik noch frischer und lebendiger. Mit überdrehten Party-Songs, surrealen Balladen, lärmigen Hymnen kreieren Pom Poko auf ihrem neuen Album ein ganz eigenes Pop-Universum. Ihre Musik steckt so voller Ideen, dass man sich am Ende wundert, dass die zehn Songs nur eine knappe halbe Stunde dauern. Wer Musik jenseits gängiger Klischees sucht, für die oder den wird "Cheater" schnell zu einem Lieblingsalbum werden, dass auch bei mehrmaligem Hören nie langweilig wird.

"Cheater" von Pom Poko ist bei Bella Union / PIAS erschienen.

Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!

Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen. Hier geht's lang!