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"Playing the City": Ausstellung im Deutschen Spielearchiv | BR24

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Die Stadt ist nicht nur Lebensraum, sondern auch Spielraum. Mit diesem Thema beschäftigt sich eine Ausstellung des Deutschen Spielearchivs in Nürnberg.

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"Playing the City": Ausstellung im Deutschen Spielearchiv

Die Stadt ist nicht nur Lebens-, sondern auch Spielraum. Das gilt insbesondere für die Spielzeugstadt Nürnberg. Im Pellerhaus beschäftigt sich die Ausstellung "Playing the City - Nürnberg im Spiel" mit urbanen Spielewelten.

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Sechs Stationen, sechs Spielfelder. Die Ausstellung "Playing the City" des Deutschen Spielearchivs Nürnberg rückt den Spielraum Stadt in den Mittelpunkt.

Wo steckt das Spiel in der Stadt?

Die Stadt sei eben nicht nur Lebensraum, sondern auch Spielraum, ließ die Kuratorin der Ausstellung Christin Lumme im Vorfeld wissen: "Nürnberg hat ja eine ganz lange Spielzeugtradition. Wir haben die internationale Spielwarenmesse, ein renommiertes Spielzeugmuseum, das Deutsche Spielearchiv mit einer Sammlung von mehr als 30.000 Gesellschaftsspielen aus drei Jahrhunderten." Allerdings werde das Thema in der Stadt gar nicht wirklich wahrgenommen. Aus diesem Grund stellte das Deutsche Spielearchiv die Frage: Wo steckt eigentlich das Spiel in der Stadt?

Studierende der Friedrich-Alexander Universität auf Spurensuche

Um dieser Frage nachzugehen, bekam das Deutsche Spielearchiv tatkräftige Unterstützung von 15 Studierenden des Studiengangs Theater- und Medienwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Monatelang haben sich die jungen Menschen mit der Frage beschäftigt, wo denn nun das Spiel im Stadtraum zu finden sei. Sie gingen auf Spurensuche und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen. Wissenschaftlich begleitet wurden sie dabei von Peter Podrez vom Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU: "Die Aufgabe der Studierenden war es, eine theoretisch-analytische Perspektive zusammenzubringen mit einer praktischen Perspektive, einer Ausstellungsperspektive. Die andere Aufgabenstellung ging dahin, dass das analoge Spiel mit dem digitalen Spiel thematisch zu verbinden ist."

Der städtische Raum als Spielfeld

Entstanden sind sechs Arbeiten, die in Zeichnungen, Videos und Fotos zeigen, wie unterschiedlich der urbane Raum als Spielkulisse dienen kann. So untersuchte beispielsweise eine Gruppe die architektonische Darstellung von staatlichen Gebäuden wie Polizei oder Gericht in der Realität, bei Brett- und Computerspielen. Das Ergebnis der Studierenden ist im Pellerhaus in Nürnberg zu sehen.

© BR-Studio Franken/Nicole Schmitt

In der Ausstellung wird auch der historische Blickwinkel auf die Stadt beleuchtet.

Die Gruppe um Lena Priebe, Sophie Günther und Janaina Bemmerlein hingegen ging einen anderen Weg. Die drei jungen Frauen suchten bewusst nach "unsichtbaren" Orten in der Stadt, die sie Nicht-Orte nannten. Aus diesen Orten konzipierten sie ein Memospiel: das "No Memo". Bei dem Gedächtnisspiel geht es darum, passende Karten-Paare von Orten in Nürnberg zu finden.

© BR-Studio Franken/Nicole Schmitt

Sophie Günther, Lena Priebe und Janaina Bemmerlein mit ihrem "No Memo"-Spiel

Eigentlich ganz einfach. Allerdings steckt noch etwas mehr dahinter, wie die 23-jährige Studentin Lena Priebe sagt: "Uns ging es vor allem darum zu zeigen, was ein Nicht-Ort ist."

Nicht-Ort nach Marc Augé

Nicht-Orte sind per Definition Orte, die von uns Menschen lediglich genutzt werden, um eine bestimmte Funktion zu erfüllen - wie zum Beispiel die U-Bahn, das Einkaufszentrum, der Bahnhof, das Einwohnermeldeamt. Bei ihren Recherchen beriefen sich die Studentinnen auf die Lehre des französischen Ethnologen und Anthroposophen Marc Augé. Der definiert den Nicht-Ort als mono-funktional genutzte Fläche ohne Geschichte und Identität.

© BR-Studio Franken/Nicole Schmitt

Die Themen Stadt und Spiel werden in der Ausstellung auf unterschiedliche Art und Weise zusammengeführt.

Analoge und digitale Spielewelten

Wer die Nicht-Orte der drei jungen Frauen kennenlernen möchte, hat bis Ende Juni dazu Gelegenheit. Die Ausstellung "Playing the City" im Nürnberger Pellerhaus am Egidienplatz ist täglich geöffnet. Neben analogen können auch digitale Spiele ausprobiert werden. Ergänzt werden die einzelnen Stationen durch Gesellschaftsspiele aus der Sammlung des Deutschen Spielearchivs. Der Eintritt ist frei.