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Piers Morgan nach Rausschmiss: "Mir wurde eine Meinung verboten" | BR24

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Bildrechte: Kristy O'Connor/Picture Alliance

Piers Morgan

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    Piers Morgan nach Rausschmiss: "Mir wurde eine Meinung verboten"

    Im ersten TV-Interview nach dem vorläufigen Ende seiner TV-Karriere sieht sich der britische Journalist als Opfer. Er sei gezwungen worden, sich entweder bei Meghan Markle zu entschuldigen, weil er deren Glaubwürdigkeit anzweifelte, oder zu gehen.

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    Von
    • Peter Jungblut

    Derzeit schlendert Piers Morgan gern durch seine Wohngegend im Westen von London und lässt sich dort nach eigener Aussage von Passanten loben, die keineswegs alle mit seiner Meinung übereinstimmten. Gleichwohl bescheinigten sie ihm das Recht, eine zu haben. Offenbar im Gegensatz zu seinem Ex-Arbeitgeber, dem Sender ITV: "Ich glaubte Meghan Markle kein Wort, daraus entwickelte sich an dem Tag ein Riesen-Wirbel, ich war eine Zumutung, mir wurde die Meinung untersagt, ihr nicht zu glauben, obwohl es für mich im selben Moment, als ich ihr Interview sah, klar war, dass eine ganze Reihe von Dingen einfach nicht wahr sein konnte", so Piers Morgan im Gespräch mit Tucker Carlson auf Fox News. Es war der erste Fernsehauftritt des umstrittenen Moderators nach dessen Rausschmiss und er nahm über eine Stunde in Anspruch.

    "Sie gingen mit der Spritzpistole auf England los"

    Er sei vor die Wahl gestellt worden, sich entweder bei Markle zu entschuldigen, so der Ex-Moderator, oder zu gehen. Dabei sei eigentlich zu erwarten gewesen, dass ihm sein Sender danke, weil er die Quoten der "Good Morning Britain"-Show bei ITV in die Höhe getrieben habe. Morgan bekräftigte, dass er auch einen Monat nach dem aufsehenerregenden Fernsehauftritt von Prinz Harry und seiner Ehefrau am 7. März im amerikanischen Sender CBS die Aussagen der beiden bezweifle. Im Übrigen sei es auch kein Interview gewesen, das Oprah Winfrey geführt habe: "Stattdessen erlaubte sie zwei Freunden, mit der Spritzpistole auf England loszugehen, auf die Monarchie, die Königin, Prinz Williams Ehefrau. Was immer Sie wollen, sie gingen drauf los. Aber das zu machen, während sie sich selbst noch Duke und Duchess of Sussex nennen, tut mir leid, das ist dann widerliche Verlogenheit."

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    Bildrechte: Charlie Bryan/Avalon

    Kritik am Moderator: Wandmalerei gegen Morgan

    Morgan, der zahlreiche hoch dotierte Angebote hat und sich gerade "fit macht" für neue Herausforderungen, wie er beteuerte, blieb sich in jeder Beziehung treu. Er schimpfte auf "Cancel Culture", also die Auseinandersetzung um politische Korrektheit, und bekräftigte, dass er Meghan Markle kein Wort glaube. 17 Behauptungen von ihr und Prinz Harry seien mittlerweile schon als "total unwahr, völlig übertrieben oder unbeweisbar" entlarvt. Speziell unglaubwürdig findet Morgan Meghans Aussage, sie habe Selbstmord-Gedanken gehabt und sich damit hilfesuchend an zwei Palast-Mitarbeiter gewandt, die sie beide mit dem Hinweis abgewimmelt hätten, das sei schädlich für das Ansehen der Royals: "Ich halte es für unmöglich, zu glauben, dass es im Palast zwei Personen gibt, die einer Frau gegenüber, die ihnen Selbstmord-Gedanken offenbart, dermaßen kaltherzig sein sollen."

    "Ich hätte nicht rauslaufen sollen"

    Einen Monat nach den Vorfällen habe er "viel Zeit zum Nachdenken" gehabt, so Morgan, und nehme nichts von seiner ursprünglichen Einschätzung zurück: "Die Vorstellung, die Königliche Familie und die Queen im Besonderen seien eine rassistische Institution, eine rassistische Königin, die über eine rassistische Monarchie herrscht, obgleich sie den Commonwealth anführt, Entschuldigung, dass finde ich total ekelhaft."

    Dass er während einer laufenden Sendung nach einem spontanen Streit mit einem Co-Moderator das Studio verlassen habe, sei "blödsinnig" gewesen, so Morgan: "Ich hätte nicht rauslaufen sollen. Wissen Sie, Sie sollten immer in der Lage sein, eine Debatte auszuhalten." Er sei "zornig" darüber gewesen, dass sein Kollege Alex Beresford die Angelegenheit "personalisieren" wollte und ihm einen "persönlichen Rachefeldzug" gegen Meghan unterstellt habe, was nicht der Fall gewesen sei.

    Trost und Unterstützung bekam die geschasste Moderatorin Sharon Osbourne, die sich mit Piers Morgan solidarisch erklärt hatte und deswegen mittlerweile bei ihrer CBS-Sendung "The Talk" rausflog: "Sie wurde vorsätzlich rausgeschmissen, weil sie gewagt hatte zu twittern, dass ich das Recht auf eine eigene Meinung habe. Deshalb wurde sie von ihrer Co-Moderatorin angegriffen, weil sie zu jemandem halte, der rassistische Dinge sagt."

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