BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/ Elisabeth Möst
Bildrechte: BR/ Elisabeth Möst

Münchner Reformgruppen fordern mehr Rechte für Frauen

Per Mail sharen

    Petition an Kardinal Marx: Frauen fordern Gleichstellung

    Im Gottesdienst predigen, Kinder taufen, Beerdigungen leiten, Kranke salben - das fordern katholische Frauen von Kardinal Reinhard Marx in einer offenen Petition. Mehr Rechte für pastorale Mitarbeitende seien auch ohne Zustimmung aus Rom möglich.

    Per Mail sharen
    Von
    • Elisabeth Möst
    • Elisabeth Tyroller

    Verschiedene Reformgruppen wie der "Münchner Kreis", "Priester Initiative Deutschland", "Ordensfrauen für Menschenwürde" oder "Maria 2.0" haben sich zusammengetan und fordern Kardinal Reinhard Marx in einer Petition auf, sich für mehr die Rechte von Frauen und Laien in der Kirche einzusetzen.

    Denn auch ohne kirchenrechtliche Zustimmung aus Rom und ohne Priesterinnenweihe sei vieles möglich, sagt Theologin und Pastoralreferentin Ulrike Leininger von der Initiative "Münchner Kreis".

    "Ich darf zum Beispiel in meiner Gemeinde oder auch in St. Michael in München predigen, in meiner Nachbarpfarrei darf ich das allerdings nicht. Es hängt vom 'good will' des Pfarrers ab." Ulrike Leininger, Initiative Münchner Kreis

    Protestbewegung Maria 2.0 kritisiert eklatante Missstände

    Unter der Überschrift "Sieben Thesen Maria 2.0 – an alle Menschen, die guten Willens sind" fordern die engagierten Frauen, 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag, eine lebendige sowie zukunftsfähige, geschlechtergerechte und vielgestaltige Kirche. Die Initiatorinnen wünschen sich den Zugang von Frauen zu allen Ämtern, die Aufklärung und Bekämpfung von sexualisierter Gewalt sowie auch die Aufhebung des Pflichtzölibats in der katholischen Kirche.

    "In dieser katholischen Kirche herrschen Regeln wie im Mittelalter. Jesus war einer, der sich für die Menschen eingesetzt hat. Er wollte das sicher so nicht. Jesus war einer, der sich den Frauen zugewandt hat, und sich auf die Seite der Schwächeren gestellt hat. " Renate Spannig, Initiative Maria 2.0

    Termin bei Kardinal Reinhard Marx Anfang Mai

    Ein Ziel der verschiedenen Reformgruppen in München ist schon erreicht: Anfang Mai haben sie einen nicht öffentlichen Gesprächstermin mit dem Kardinal. "Ziel ist, dass wir ihm einmal im Jahr aus den Reformgruppen der Diözese München und Freising berichten", sagt Diakon Willi Kuper, der die Aktion ebenfalls unterstützt und die Petition mit angestoßen hat.

    Die Petition haben im Netz mittlerweile 400 Personen unterschrieben. Ab kommenden Sonntag werden die Listen in den Kirchen im Erzbistum ausgelegt.

    Weitere mutige Frauen sind am Mittwoch, 28. April 2021 in der Sendung STATIONEN im BR-Fernsehen zu sehen, und in der BR-Mediathek