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Peter Handke wurde in Belgrad mit dem Kardjordje-Stern und in der bosnischen Serbenrepublik mit weiteren Preisen ausgezeichnet.

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Serbische Orden für Peter Handke: Das sagen die Opfer-Vertreter

Nobelpreisträger Peter Handke hat in Serbien und der bosnischen Serbenrepublik hohe offizielle Auszeichnungen entgegengenommen. Opferverbände aus Bosnien kritisieren die Dekorations-Tournee – und hätten gerne mit dem umstrittenen Autor gesprochen.

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Von
  • Andrea Beer

Belgrad, Sonntagabend - am Sitz des Präsidenten. Aleksandar Vučić übergibt Peter Handke den Kardjordje-Stern, eine hohe Auszeichnung. Der Literaturnobelpreisträger wird geehrt für seinen Einsatz für Serbien. Wenn er das menschliche Drama der Serben im Kosovo verstehen wolle, dann greife er zum serbischen Zyklus von Handke, so Präsident Vučić.

Handke, Kusturica und die Geschichtspolitik

Neben dem fast zwei Meter großen Hünen Vučić wirkt der österreichische Schriftsteller eher klein, doch fühlen kann er sich wahrhaft "riesig" – denn die letzten Tage gab es für Peter Handke den ganz großen Bahnhof. Am vergangenen Freitag schwebte er mit dem Hubschrauber in Višegrad ein, direkt aus Banja Luka, der Hauptstadt des serbischen Landesteils von Bosnien und Herzegowina. In Višegrad ist der berühmte Regisseur Emir Kusturica mit Handke unterwegs, wo dieser einen Literaturpreis bekommt, benannt nach Ivo Andrić, dem bosnischen Literaturnobelpreisträger von 1961, der in Višegrad aufwuchs. Seine "Brücke über die Drina" machte die Stadt weltberühmt.

Kusturica ist wortkarg und brummte ungnädig: "Natürlich bedeutet das viel. Weil das der einzigartige Fall ist, dass in die Stadt eines Nobelpreisträgers ein Nobelpreisträger kommt." Ganz in schwarz gekleidet, den Mantel über dem Arm folgt Peter Handke Kusturica dann durch "Andrićgrad", einen Mini-Stadtteil, den Kusturica in Višegrad aus dem Boden gestampft hat. Serbische Denkmäler, Kosovo-Kloster und Kino inklusive, das Setting für die Preisverleihung.

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Peter Handke erhält den Orden der Republik Srpska von der Präsidentin der Republik, Zeljka Cvijanovic.

Die Verbrechen verschweigen

Schriftsteller suchten nach Gemeinsamkeiten, so Handke, und seien unterwegs auf der wunderbaren Expedition Literatur. Mit bosnischen oder kosovoalbanischen Schriftstellern würde er sich bestimmt gut verstehen: "Ich würde sie gerne einladen, mit mir zusammen an einem Tisch zu sitzen." Bakira Hasečić ist zwar keine Schriftstellerin, doch die Bosniakin aus Višegrad würde Handke trotzdem gerne treffen, den Mann, der sich abfällig über Srebrenica-Völkermord-Opfer äußerte, der in seiner Rede im Višegrad Stadtteil Andrićgrad kein Wort über die Bedeutung des Ortes verliert. Bakira Hasečić ist entsetzt: "Denn gerade an der Stelle, wo dieses Andrićgrad gebaut wurde, befand sich ein großes – ich kann nicht sagen KZ, sondern ein Sammellager. Von dort aus wurden Bosniaken mit vier Bussen deportiert. In Bosanska Jagodina wurden etwa dreißig junge Männer aus den Bussen herausgeholt. Einige von ihnen wurden später exhumiert, andere nie gefunden."

Bakira Hasečić leitet die Organisation "Frauen – Opfer des Krieges", und auch sie möchte mit Handke sprechen – über systematische Vertreibung, über Vergewaltigung und Folter durch serbische Milizen in Višegrad. Serbische Nationalisten wollten mit dem Handke-Besuch bosnische Rückkehrer in Višegrad einschüchtern, das glaubt Ermin Kuka, der aus Višegrad stammt. Er arbeitet beim Institut für Aufklärung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Sarajevo und stellt fest: "Alles hat einen Hintergrund, alles wird mit Absicht gemacht. In Friedenszeiten wird versucht, die Lage zu stören und all das zu erreichen, was nicht mit der bewaffneten Aggression gegen die Republik Bosnien und Herzegowina erzielt werden konnte."

Ein Image-Erfolg serbischer Nationalisten

Den Karadjodje-Stern bekam Peter Handke schon im Februar 2020 zuerkannt. Am luxuriösen Sitz des serbischen Präsidenten in Belgrad kokettiert er dann dennoch, er sei darauf gar nicht gefasst gewesen: "Ich habe nur gewusst, dass ich den Präsidenten treffen und dass wir einen Kaffee miteinander trinken sollten. Ich bin nicht vorbereitet." Handkes Reise nach Bosnien und Herzegowina und Serbien hingegen war gut organisiert, und aus Sicht serbischer Nationalisten wohl ein voller Erfolg.

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