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Ikone der Gegenkultur – zum Tod von Peter Fonda | BR24

© Katharina Wilhelm/ARD

Der amerikanische Schauspieler Peter Fonda ist im Alter von 79 Jahren in Los Angeles gestorben. Zu Fondas bekanntesten Rollen gehört die des langhaarigen Motorradfahrers "Wyatt" im Kultfilm "Easy Rider".

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Ikone der Gegenkultur – zum Tod von Peter Fonda

Er blieb immer "born to be wild": Peter Fonda wurde 1969 als Motorradfahrer im Kultfilm "Easy Rider" weltberühmt. Das Image dieser Rolle klebte an ihm. Später drehte Fonda auch im Bayerischen Wald einen Film – und spielte einen G.I. Ein Nachruf.

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Amerika konnte sehr kalt sein. Im Film "Easy Rider" von 1969 bekommen Motorradfahrer kein Zimmer in einem Motel, werden wegen fadenscheiniger Gründe eingebuchtet und im Schlaf von einem dörflichen Mob so verprügelt, so dass einer von ihnen stirbt. Die anderen beiden werden später von Fremden auf der Straße erschossen.

Dreh mit alten Polizeimotorrädern statt neuen Harleys

Peter Fonda spielte nicht nur eine der Hauptrollen in "Easy Rider", er schrieb auch zusammen mit Dennis Hopper und Terry Southern das Drehbuch. Das Motto des Films lautete: "Ein Mann suchte Amerika, doch er konnte es nirgends mehr finden." Fonda zeichnete die USA als ein Land, das seine Zerrissenheit in Gewalt auslebt.

Übrigens hatte Harley Davidson sich geweigert, für die Drehaufnahmen Motorräder zur Verfügung zu stellen – Fonda ersteigerte daraufhin ausgemusterte Polizeifahrzeuge. Bis heute dürfte kaum ein Film so für die Popularität und das Image des Motorradfahrens gesorgt haben.

"Easy Rider" brachte Fonda die erste Oscar-Nominierung

Das Budget soll bei 400.000 Dollar gelegen haben, eingespielt hat der Film dann 60 Millionen. Außerdem wurde Fonda in der Kategorie "Bestes Drehbuch" für den Oscar nominiert. Mit dem Geld finanzierte er in den folgenden Jahren diverse Filmprojekte, konnte aber nie wieder an den Erfolg von "Easy Rider" anschließen.

© picture alliance/Geisler-Fotopress

Peter Fonda 2004 am Flufhafen Berlin-Tegel - auf dem Weg zur Berlinale

Sohn einer Hollywodlegende

Fonda wurde 1940 in eine Schauspielerfamilie hineingeboren: Sein Vater Henry Fonda wurde mit Filmen wie "Die zwölf Geschworenen" und "Spiel mir das Lied vom Tod" zur Hollywoodlegende. Seine ältere Schwester Jane Fonda, geboren 1937, sollte ebenfalls Schauspielerin werden. Seine Mutter, Frances Seymour, beging 1950 Selbstmord, nachdem Henry Fonda erklärt hatte, sich von ihr scheiden zu lassen.

Als Zwanzigjähriger stand Peter Fonda zum ersten Mal auf der Bühne. 1962 gab er dann sein Fernsehdebüt. 1966 kam er zu seiner Lebensrolle: Er spielte einen Rocker in "Die wilden Engel". Regie führte Roger Corman, der König der B-Movies, der später große Talente wie Francis Ford Coppola förderte. Drei Jahre später folgte "Easy Rider". Aber trotz des Erfolgs dieses Films spielte Peter Fonda lange nur in zweitklassigen Filmen mit.

Auftritt in einem deutschen Film

1983 hatte er in dem deutschen Film "Peppermint Frieden" einen Auftritt als freundlicher G.I., der sich nach Kriegsende mit den bayerischen Dorfkindern anfreundet. In den 1990er Jahren gelang Peter Fonda schließlich ein Comeback in Hollywood. Zweimal wurde er mit einem Golden Globe ausgezeichnet und einmal noch für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.

Am gestrigen Freitag ist er nun mit 79 Jahren an den Folgen von Lungenkrebs in Los Angeles gestorben.

© BR

Seine Rolle als Motorradfahrer in "Easy Rider" hat Peter Fonda berühmt gemacht. Jetzt ist der Schauspieler tot. Er starb im Alter von 79 Jahren an den Folgen einer Lungenkrebs-Erkrankung.

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