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Ein Standbild des Reformators Jan Hus: Weil sich der Oberpfälzer Kaplan Ulrich Grünseder nicht von ihm lossagen wollte, wurde er verbrannt.

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    Pax Christi will Gedenktafel für verbrannten Ketzer

    Vor genau 600 Jahren ist in Regensburg ein Anhänger von Jan Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Zum Jahrestag wollen Friedenaktivisten an den vermeintlichen Ketzer Ulrich Grünsleder erinnern. Sie würden ihm gerne eine Gedenktafel widmen.

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    Von
    • Uli Scherr

    600 Jahre nach dem Feuertod des katholischen Priesters Ulrich Grünsleder soll künftig eine Gedenktafel in Regensburg an den Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus erinnern. Das haben Vertreter der katholischen Friedenbewegung Pax Christi vorgeschlagen.

    Tod auf dem Scheiterhaufen

    Grünsleder, ein gebürtiger Vohenstraußer, hatte als Kaplan Schriften von Jan Hus ins Deutsche übersetzt. Er wurde deshalb als Ketzer zum Tode verurteilt und am 31. März 1421 in Regensburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Jan Hus war bereits sechs Jahre zuvor auf dem Konzil von Konstanz als Ketzer hingerichtet worden.

    Wunsch nach Gedenkplatte vor dem Dom

    Auch der ehemalige Leiter des Regensburger Diözesanmuseums, Hermann Reidel, engagiert sich für einen Erinnerungsort für den Kirchenreformer Grünsleder. Er wünscht sich eine Gedenkplatte vor dem Regensburger Dom. Hier hatte vor 600 Jahren die Gerichtsverhandlung gegen Grünsleder stattgefunden. Das Schicksal von Grünsleder und weiter Schicksalsgenossen sollte nicht in Vergessenheit geraten, meint Reidel.

    Der Reformator Jan Hus hatte mit seiner Kritik an der Vormachtstellung des Papstes und am kirchlichen Ablasshandel den Zorn der katholischen Kirche auf sich gezogen. Mit seinen Ideen gilt Hus als wichtiger Wegbereiter für Martin Luther. Von der katholischen Kirche ist Hus bis heute nicht offiziell rehabilitiert.

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