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Kulturmäzen werden: Patreon unterstützt Kreative mit Abo-Modell | BR24

© dpa/picture-alliance

Judith Holofernes inzwischen auch auf Patreon

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    Kulturmäzen werden: Patreon unterstützt Kreative mit Abo-Modell

    Keine Konzerte, kein Kino, keine Lesungen, begrenzte Ausstellungen, kaum Theater: Die Corona-Pandemie bringt Künstler*innen in finanzielle Not. Die Plattform Patreon feiert jetzt ein Revival: Jeder kann dort – auch mit kleinem Geld – Kunst fördern.

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    Auf Patreon bieten Künstler*innen ihren Fans an, was sie können: Podcasts, signierte Kunstwerke, Workshops, Gedichte, Songs, Videos, Fanartikel und Bonus-Material, so viel das Herz begehrt. Seit Mitte März ist die Fanplattform um rund 100.000 Kreative gewachsen, die Zahl der Förderer und Fans, der sogenannten Patrons, beträgt inzwischen gut vier Millionen. Im Unterschied zum Crowdfunding, bei dem gezielt für Projekte gespendet wird, werden die Fans zu Followern und Abonnenten der von ihnen ausgewählten Künstler*innen.

    Die amerikanische Plattform jetzt auch in Berlin

    Ein gutes Drittel der Fans zahlen zwischen ein und fünf Dollar pro Monat, gut 30 Prozent zwischen zehn und 25 Dollar und der Rest über 25 Dollar pro Monat. Alle Abos können jederzeit gekündigt werden. Falls die Künstler*innen nicht monatlich im Abo bezahlt werden wollen, können sie sich auch pro Post vergüten lassen, je mehr Abonnenten, desto mehr Geld gibt es. Patreon selbst behält nach eigenen Angaben rund zehn Prozent von dem ein, was die Fans bezahlen.

    Der Musiker, Filmemacher und Video-Produzent Jack Conte hat vor sieben Jahren die Online-Plattform Patreon in San Francisco gegründet, seit Februar gibt es auch eine Dependance in Berlin und Auszahlungen in Euro. Das Credo der Betreiber lautet: Leidenschaftliche Produzenten finden ein Publikum, das zu finanzieller Unterstützung bereit ist – man muss ihm nur die Möglichkeit dazu geben. Musiker wie die Einstürzenden Neubauten oder Judith Holofernes gehören zu den populären Künstlern in Deutschland, die inzwischen erfolgreich auf Patreon posten und sich nun über dieses alternative Crowdfunding-Modell (mit-)finanzieren.

    Vorschüsse in Zeiten der Pandemie

    Im Augenblick springt die Plattform – zunächst als Test – auch als Retter in der Not ein und zahlt den Künstler*innen Vorschüsse, was zur Zeit der Corona-Pandemie für viele (über-)lebenswichtig ist. Conte betont, dass diese Vorschüsse nicht willkürlich ausgezahlt werden, sondern nur an Personen, "von denen unsere Daten sagen, dass diese auch in der Lage sind, das Geld zurückzuzahlen".

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