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Sulaiman Masomi
© BR/Ralf Wilschewski

Autoren

Christoph Leibold
© BR/Ralf Wilschewski

Sulaiman Masomi

Die Trophäe für den Erstplatzierten – ein riesiges Henkerbeil – ist bei Sulaiman Masomi in den passenden Händen: Wie viele Kabarettisten mit Migrationshintergrund schlägt Masomi komisches Kapital aus den Klischees, mit denen er in Deutschland konfrontiert ist. Im Gegensatz zu den meisten Künstlern mit Wurzeln in anderen Kulturkreisen denkt Masomi dabei aber auch darüber nach, wieso sich Migranten im Kabarett vorwiegend mit ihrer Herkunft befassen und sich so in die entsprechende Rolle drängen lassen. Masomi setzte sich gegen vier Mitbewerber und eine Mitbewerberin durch.

Zwei Afghanen und ein Österreicher gehen mit Beil nach Hause

Einen afghanischen Preisträger gab es in der Geschichte des Scharfrichterbeils noch nie – in diesem Jahr dafür gleich deren zwei: Mit dem kleinen Beil für den Drittplatzierten wurde Hamid Nikpai alias Hani Who ausgezeichnet, der in Oberammergau lebt, aber ebenfalls Afghanistan geboren wurde. Das mittlere Beil ging an den Österreicher Berni Wagner auf Platz zwei für sein Programm „Babylon“, das von der Einsamkeit der Großstädter erzählt.

Jury hatte Qual der Wahl

Insgesamt war es ein mehr als brauchbarer Beil-Jahrgang. In den vergangenen Jahren war es oft so, dass die Jury die Preisträger allein schon deshalb schnell beisammen hatte, weil die Hälfte der Finalisten ohnehin nicht mal ansatzweise in Frage kam. Heuer waren auch Inka Meyer sowie der Austro-Pop-Parodist Manuel Berrer und vor allem Michael Feindler – ein Politpoet mit dem Mut, schnelle Pointen zu verweigern – diskutable Kandidaten. Ein absoluter Senkrechtstarter war nicht dabei, aber vor allem eben auch keine Rohrkrepierer. Jedenfalls: es hätte auch anders ausgehen können. Gleichwohl: Sulaiman Masomi ist ein respektabler Hauptpreisträger.