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Pasinger Friedensweg: Offene Türen für alle Religionen | BR24

© BR/Iris Tsakiridis

Zum fünften Mal gehen Anwohner aus allen Religionen gemeinsam den Pasinger Friedensweg.

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    Pasinger Friedensweg: Offene Türen für alle Religionen

    Im Stadtviertel Pasing in München organisieren Christen, Juden und Muslime gemeinsam den Pasinger Friedensweg. Es ist ein Spaziergang entlang der Würm zu den unterschiedlichen Gebetshäusern. So pflegen sie die Nachbarschaft der Religionen.

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    Im Stadtteil Pasing in München wurde dieses Jahr zum fünften Mal der Pasinger Friedensweg initiiert. Er wird von den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften organisiert. Insgesamt gibt es vier Stationen entlang der Würm, an denen alle gemeinsam für Frieden beten, singen und meditieren.

    Ausgangspunkt für den Friedensweg ist die evangelische Himmelfahrtskirche in Pasing, wo sich insgesamt mehr als 100 Christen, Juden, Muslime und Interessierte unter einem Dach begegnen. "Es gibt durchaus Vorbehalte, aber in der Geschichte gab es immer Orte, wo das Zusammenleben zwischen Christen, Juden und Muslimen sehr gut funktioniert hat und umgekehrt genauso. Ich möchte, dass Pasing so ein Ort wird, wo das gut funktioniert, das Miteinander", sagt Luitgard Golla-Fackler. Sie ist Pastoralreferentin im Pfarrverband Pasing.

    Nach dem Gottesdienst ziehen alle gemeinsam los und nutzen den Spaziergang, sich besser kennen zu lernen. Dazu haben auch die Gebetshäuser entlang der Würm ihre Türen geöffnet. Da es keine Synagoge in Pasing gibt, macht der Friedenszug Station bei der Skulptur "Zum gebeugten leeren Stuhl" von Marlies Poss. Die Skulptur erinnert an die ehemaligen jüdischen Bürger von Pasing. Gerade nach den Anschlägen in Halle ist vielen das Innehalten an dieser Station ein wichtiges Anliegen. Nikola David, der Kantor der Liberalen Jüdischen Gemeinde, singt das Shalom, das Friedensgebet der Juden.

    Ein besonderer Ort auf dem Friedensweg ist auch die Haci Bayram Moschee, die von vielen auch einfach Pasinger Moschee genannt wird. Auch sie hat zum Besuch eingeladen. "Das ist eine sehr offene Moschee. Das fand ich jetzt hier sehr schön", freut sich die Jüdin Marlies Poss. Sie erzählt, dass auch ihre jüdische Gemeinde Beth Shalom in München manchmal offene Gottesdienste veranstalte.

    Der Abschluss der Friedensaktion findet in der katholischen Kirche St. Hildegard statt. Luitgard Golla-Fackler freut sich, dass von allen Religionen Menschen dabei waren und wünscht sich künftig noch mehr Anlässe, die Nachbarschaft der Religionen zu pflegen. "Es ist für mich eine Art Verwandtschaft, die man nur ganz selten sieht - aber durch diesen Glauben, den wir alle im Leben gefunden haben, verbunden sind. Jeder lebt es anders aus, aber es tut gut, das zu spüren. Wir sind vereint in der Ausrichtung zu Gott."

    Und ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: „...damit Frieden - wie ein Baum - unter uns wachse“ pflanzen die Menschen gemeinsam einen Friedensbaum vor St. Hildegard - als bleibendes Zeichen und Erinnerung daran, dass ein friedliches Zusammenleben zwischen unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Religionen möglich ist.