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© BSB / Münchner Digitalisierungsszentrum
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Ausschnitt: Kleines Buch der Gebote, Löwen, 14. Jahrhundert

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    Parzival und Talmud fürs Smartphone und Tablet

    Ein Auszug aus Wolfram von Eschenbachs Parzival oder aus dem Talmud gefällig? Auf Hebräisch, oder lieber auf Deutsch oder Französisch? Die Bayerische Staatsbibliothek macht's möglich, mit ihrem deutschlandweit größten Digital-Angebot.

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    Von
    • Iris Buchheim

    Die Bayerische Staatsbibliothek hat ihre Digitalen Sammlungen erneuert und entscheidend erweitert. Ab sofort können unter www.digitale-sammlungen.de fast 2,7 Millionen digitalisierte Titel noch besser gelesen, durchsucht und erforscht werden, wie die Staatsbibliothek am Mittwoch in München mitteilte.

    Erfasst sind Handschriften, Drucke, Musikalien, Karten, Fotografien, Zeitungen und Zeitschriften aus dem Bestand der Staatsbibliothek und der regionalen Staatlichen Bibliotheken in Augsburg, Bamberg, Regensburg und Passau. Mit über 355 Millionen digitalisierten Seiten bietet die Bayerische Staatsbibliothek damit von allen Kulturinstitutionen das größte Angebot dieser Art in Deutschland.

    Open Access, Open Source & Open Data

    Allein in den vergangenen zwei Jahren haben gut zwei Dutzende Mitarbeiterinnen des Münchner Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek an dem Relaunch gearbeitet, der jetzt präsentiert wurde. Das Angebot ist nicht nur optisch, sondern vor allem technologisch optimiert: In internationaler Zusammenarbeit mit Bibliotheken in Oxford und Stanford wurde ein Bild-Datensystem entwickelt – das "International Image Interoperability Framework (IIIF)" –, mit dem die Werke viel besser lesbar, detaillierter heranzoombar, bequem heruntergeladen und geteilt werden können.

    © Münchner Digitalisierungszentrum BSB
    Bildrechte: Münchner Digitalisierungszentrum BSB

    Parzival: Oberfränkisch oder böhmisch, 3. Viertel 14. Jahrhundert Münchner Digitalisierungszentrum BSB

    Von nun an sind die Digitalen Sammlungen auf allen gängigen Endgeräten wie Smartphones, Tablets und dem Desktop-PC nutzbar – und zwar für alle. Es gibt öffentliche Schnittstellen zur nichtkommerziellen Nachnutzung, Wikisource, Wikipedia etc. Nicht nur die digitalisierten Schätze sind offen für alle zugänglich, auch die in Kooperation mit den anderen Bibliotheken entwickelten wiederverwertbaren Software-Komponenten.

    Dank Google und Corona

    Im Vergleich zum Vorjahr seien die digitalen Besuche 2020 um mehr als 70 Prozent gestiegen, erklärte der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Klaus Ceynowa. Die gesteigerte Nachfrage ist im vergangenen Jahr gewiss auch durch die Corona-Beschränkungen zu erklären. Doch mit den jetzigen Neuerungen wird der Andrang auch nach der Pandemie nicht geringer werden: Der offene Zugang zu mehr als 1.000 Jahre alten Schätzen der Schriftkultur ist einzigartig.

    Das der BSB angeschlossene Digitalisierungszentrum wurde 1997 gegründet und arbeitet seit 2007 zusammen mit Google. In Kooperation mit Google sind die urheberrechtsfreien Altbestände der Bayerischen Staatsbibliothek digitalisiert worden. Im Rahmen dieser Public-Private-Partnership wurden mittlerweile weit über eine Million Titel digitalisiert und dadurch weltweit kostenlos zur Verfügung gestellt.