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Papst Franziskus während einer Messe

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    Papst Franziskus vergleicht Deutschland-Aufenthalt mit Corona

    Papst Franziskus hat seine Zeit in Deutschland 1986 mit Corona verglichen. In einem neuen Buch zählt das Oberhaupt der katholischen Kirche seinen Aufenthalt zu den "drei Covid-Erfahrungen" des Lebens und beschreibt ihn als Moment großer Einsamkeit.

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    Von
    • Martin Jarde

    Als "Covid der Vertreibung" hat Papst Franziskus seinen Deutschland-Aufenthalt im Jahr 1986 bezeichnet. In einem in Italien am Montag erschienenen neuen Buch schreibt er: Zwar sei er als 49-Jähriger freiwillig nach Deutschland gegangen, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern und Material für eine Doktorarbeit zu suchen. "Aber dort fühlte ich mich völlig fehl am Platz."

    Papst beobachtete voll Heimweh Flugzeuge in Frankfurt

    In Frankfurt ging er demnach auf dem Friedhof spazieren und beobachtete voll Heimweh Flugzeuge. Besonders gut erinnert sich der heutige Papst und bekennende Fußballfan aber an den 30. Juni 1986 - den Tag, nachdem Argentinien die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen hatte:

    "Ich ging in meine Sprachschule und niemand sagte etwas, bis eine junge japanische Frau aufstand und VIVA ARGENTINA auf die Tafel schrieb. Alle fingen an zu lachen. Dann kam der Lehrer herein, sagte, sie solle das wegwischen, und das war's. Es war ein Alleinsein im Triumph, den man nicht teilen kann, die Einsamkeit des Nicht-Dazugehörens." Papst Franziskus

    Franziskus erzählt von drei "Covid-Erfahrungen" in seinem Leben

    Als weitere "Covid-Erfahrungen" bezeichnet der Papst in dem am 4. Dezember auch in Deutschland erscheinenden Buch überdies seine schwere Lungenkrankheit im frühen Erwachsenenalter und die Zeit zwischen 1990 und 1992 in Córdoba. Wegen übertriebener Strenge als Provinzoberer des Jesuitenordens sei er damals in die argentinische Stadt versetzt worden, um für eine Weile als einfacher Beichtvater tätig zu sein

    Papst fordert in neuem Buch ein Umdenken der "Post-Covid-Welt"

    In dem neuen Buch fordert der Papst entsprechend seiner jüngsten Enzyklika "Fratelli tutti" (Alle Brüder) ein Umdenken der "Post-Covid-Welt" hin zu einem neuen Wirtschaftssystem, das Zugang zu Land, Arbeit und Wohnraum für alle garantiert.

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