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"Opernfestival Oberpfalz": Opern aus der Region für die Region | BR24

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Die gemeinnützige Kulturinitiative "Opernfestival Oberpfalz" hat sich zum Ziel gesetzt, den Oberpfälzern Opern schmackhaft zu machen. Mit ungewöhnlichen Spielorten, Möglichkeiten zur Mitgestaltung und eigens komponierten Opern.

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"Opernfestival Oberpfalz": Opern aus der Region für die Region

Die gemeinnützige Kulturinitiative "Opernfestival Oberpfalz" hat sich zum Ziel gesetzt, den Oberpfälzern Opern schmackhaft zu machen. Mit ungewöhnlichen Spielorten, Möglichkeiten zur Mitgestaltung und eigens komponierten Opern.

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Die Oberpfalz bekommt eine eigene Oper. Am Mittwoch wurde in Amberg das "Opernfestival Oberpfalz" vorgestellt. Die gemeinnützige Kulturinitiative will Opern von Oberpfälzern für Oberpfälzer präsentieren. An ungewöhnlichen Orten in der Oberpfalz und mit Profi-Musikern aus der Oberpfalz.

"Oper alles andere als verstaubt"

Derzeit schreibt Komponist Raphael Fusco eine eigene Kammeroper für das Festival, die im kommenden Jahr uraufgeführt werden soll und inhaltlich Märchen und Figuren von Franz Xaver von Schönwerth behandelt. "Wir wollen mit innovativen Opernveranstaltungen zeigen, dass die Oper alles andere als verstaubt ist", sagt Initiator und künstlerischer Leiter Michael Konstantin. Der Dirigent arbeitet am Theater Plauen/Zwickau.

Mit frischen Ideen und ungewöhnlichen Spielorten sollen Hemmschwellen abgebaut werden. Konstantin will den Oberpfälzern das Genre der Oper nahe bringen, gelöst von festen Opernhäusern und Theatern. "Wenn ihr nicht zu uns kommt, kommen wir zu euch", verspricht er.

Oper in der Tankstelle oder Gärtnerei

Bei den Inszenierungen will das junge Team weg vom reinen Beobachten auf einer Bühne, hin zum "mittendrin und drumherum", in dem die Zuschauer sitzen und auch einbezogen werden. Spielort könnte künftig daher auch eine Gärtnerei, ein Wald oder eine Tankstelle sein, so Konstantin.

Die erste Inszenierung wird der "Freischütz" im Juli 2020 sein. Sie findet im Stadttheater Amberg statt, "um traditionelle Hörer ranzuholen". Darauf folgt im Sommer 2020 die eigens geschriebene Kammeroper "Insomnia". Der Spielort dafür steht noch nicht fest. Das Orchester dafür wird mit Profi-Musikern besetzt, die aus der Oberpfalz stammen und in Orchestern in ganz Deutschland spielen. Der Chor wird sich auch aus Amateur-Chorsängern zusammen setzen, die Michael Konstantin demnächst castet.

Die Musik der Oper wird viele Stile vereinen, kündigt Komponist Raphael Fusco an, unter anderem Elemente aus Rap und Hip Hop, dazu Zwiefache und Landler, aber auch singbare Melodien gepaart mit zeitgenössischen Harmonien.

Mitgestaltung per Abstimmung

Inhaltlich befassen sich die Opern mit den Schönwerth-Märchen. Das Libretto schreibt Ruth Zapf, die den "Zauber der Schönwerth-Märchen" ins Heute übertragen möchte. Dazu sollen eine "große Leichtigkeit und Humor" eingearbeitet werden. Bei einer Abstimmung im Internet durften die Oberpfälzer die Oper bereits mitgestalten und eine Figur aussuchen. Ausgewählt wurden der "Bilmesschneider" und der "feurige Mann".

Finanzspritze vom Freistaat

Weiteres Ziel des Opernfestivals Oberpfalz soll die Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen sein. Die Musiker öffnen die Proben für Schulklassen und wollen in Schulen über das Genre Oper, aber auch über das eigene Reflektieren anhand einer Oper diskutieren. In der Politik rennen die Initiatoren des Festivals offenbar offene Türen ein. 70.000 Euro kommen aus dem Kulturfonds des Freistaates Bayern, 18.000 Euro vom Bezirk, der eigens einen neuen Topf dafür geschaffen hat. Zudem beteiligen sich einige Landkreise an der Finanzierung. Dennoch werden derzeit weitere Geldgeber gesucht.

Die Kulturinitiative sei aber gemeinnützig und wolle Kosten decken statt Geld verdienen, betont der Initiator. Der Kartenvorverkauf für den "Freischütz" und die Uraufführung von "Insomnia" startet am Mittwoch. Vor jeder Vorstellung wird es auch eine Einführung in das jeweilige Werk geben.