Die österreichische Schriftstellerin Ilse Tielsch ist tot
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Ilse Tielsch (Archivbild)

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Österreichische Schriftstellerin Ilse Tielsch ist tot

Die österreichische Schriftstellerin und Lyrikerin Ilse Tielsch ist tot. Sie starb am 21. Februar im Alter von 93 Jahren, wie ihr Sohn der österreichischen Nachrichtenagentur APA diesen Samstag mitteilte.

Die österreichische Schriftstellerin Ilse Tielsch ist gestorben. Sie stammte aus der südmährischen Region im heutigen Tschechien. Die deutschsprachige Familie flüchtete 1945 von dort nach Österreich. Tielsch sagte einmal, ihr Leben sei durch die Erlebnisse in zwei Teile geschnitten worden.

Sie habe aber nie von "Vertreibung" gesprochen, weil sie die Vorgänge nicht politisch bewerten wolle, wie sie 2018 der österreichischen Zeitung "Der Standard" sagte. "Ich bin eigentlich Lyrikerin. Über die Ahnenforschung eines Verwandten bin ich aber in die Geschichte unserer Familie eingetaucht, meine Großeltern hatten in Südmähren einen großen Bauernhof, Felder, Weingärten zurückgelassen. Das alles hatte ich als Kind tief in meinem Herzen – und das wollte ich beschreibend festhalten. Das war alles", sagte sie der Tageszeitung.

"Was soll der Hass?"

Darauf angesprochen, dass sie versöhnlich und ohne Hass darüber schreibe, entgegnete sie: "Was soll Hass? Was sollte ich hassen?", sagte sie. Sie habe hier wie dort sowohl gute als auch weniger gute Menschen getroffen. "Es kommt immer nur auf den Einzelnen an."

Das Thema der alten Heimat und des Neuanfangs verarbeitete Tielsch in vielen Gedichten, Erzählungen und Romanen. Eines ihrer erzählerischen Hauptwerke war die Romantrilogie "Die Ahnenpyramide" (1980), "Heimatsuchen" (1982) und "Die Früchte der Tränen" (1988), in der sie sich auch mit den Nachkriegsjahren und dem Aufbau einer neuen Existenz beschäftigte. Ihren ersten Gedichtband hatte sie 1964 veröffentlicht - unter dem Titel: "In meinem Orangengarten".

Ilse Tielsch wurde für ihr literarisches Schaffen mehrfach geehrt, in Deutschland unter anderem mit dem Andreas-Gryphius-Preis und dem Eichendorff-Literaturpreis.

Mit Informationen der dpa

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