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Obersinn hat ein Leo-Weismantel-Museum | BR24

© Achim Winkelmann/BR-Mainfranken

In Obersinn hat das Leo-Weismantel-Museum eröffnet. Dort dreht sich alles um den Reformpädagogen und Schriftsteller Leo Weismantel. Die Realisierung des Museums hat sieben Jahre gedauert. Leo Weismantel kam 1888 in Obersinn zur Welt.

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Obersinn hat ein Leo-Weismantel-Museum

In Obersinn hat das Leo-Weismantel-Museum eröffnet. Dort dreht sich alles um das Leben des Schriftstellers und Reformpädagogen. Die Realisierung des Museums hat sieben Jahre gedauert. Leo Weismantel kam 1888 in Obersinn zur Welt.

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Die Gemeinde Obersinn besitzt eine umfangreiche Sammlung von Werken, Schriftstücken und Dokumentationen. Schon lange wollte die Gemeinde ihrem Sohn Leo Weismantel eine Dauerausstellung widmen. Im Rahmen der Dorfplatzgestaltung konnte das Projekt realisiert werden: Aus einem kleinen Fachwerkhaus, dem ehemaligen "Wischert-Haus" und dem Dachgeschoss des direkt angrenzenden Sparkassengebäudes entstand das interaktive Museum. Die Einrichtung soll zum Kulturtreffpunkt in der Region werden. Eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden, zum Beispiel Wipfeld und Oberlauringen, ist angedacht.

Eröffnung nach sieben Jahren

Das Leo-Weismantel-Museum wurde durch 220.000 Euro aus Mitteln der Gemeinde Obersinn und durch die Hilfe verschiedener Geldgeber möglich. Dazu zählen der Bezirk, das Amt für Ländliche Entwicklung, die Kulturförderung Bayern und das Leaderprogramm der EU. Einschließlich der Dorfplatzgestaltung ist das Projekt auf rund eine halbe Million Euro angewachsen. Die Vorbereitung für das kleine Museum hat sieben Jahre gedauert.

Leo Weismantel in Obersinn geboren

Der 1888 in Obersinn geborene promovierte Pädagoge und Schriftsteller Leo Weismantel verbrachte seine Kindheit und Jugend in Obersinn. Er besuchte das Gymnasium in Münnerstadt und studierte in Würzburg. Der 1917 erschienene Roman "Marie Madlen" trug zu seinem literarischen Bekanntheitsgrad bei. In dem Roman "Das alte Dorf" hat Weismantel seiner Heimatgemeinde ein literarisches Denkmal gesetzt.

1933 brach seine bis dahin erfolgreiche Laufbahn ab. Er wurde politisch geächtet und in seiner Arbeit behindert. Nach Kriegsende wäre er nach dem Willen der US-Amerikaner bayerischer Kultusminister geworden, doch Weismantel lehnte das Angebot ab. Er übernahm stattdessen den Posten des kommissarischen Schulrates im Landkreis Gemünden. Weismantel bildete Junglehrer aus und wurde 1948 Leiter eines pädagogischen Institutes in Fulda. Dort wurde er zum Professor für Deutsch und Kunsterziehung ernannt. In die Fuldaer Zeit fällt der Großteil seines pädagogischen Wirkens. Weismantel starb 1964.