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Nur rund 4m² groß: kleinstes Schäfermuseum Deutschlands | BR24

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Herrschaftliches Gebäude, einige Stockwerke, Exponate aus aller Welt und große Informationsständer - das stellt man sich üblicherweise unter einem Museum vor. Das kleinste Schäfermuseum Deutschlands kommt mit einem Schäferkarren aus!

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Nur rund 4m² groß: kleinstes Schäfermuseum Deutschlands

Manchmal braucht es nicht viel Platz, um alles Wichtige zu erzählen. Das dachte sich auch Karl-Heinz Hornung und packte das kleinste Schäfermuseum Deutschlands in einen Schäferkarren in Unteroestheim im Landkreis Ansbach.

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Genau 4,3 Quadratmeter misst der blaue Schäferkarren auf einer Weide in Unteroestheim, einem Ortsteil von Diebach im Landkreis Ansbach. Dort lebt Karl-Heinz Hornung, der zusammen mit Manfred Keim und einigen anderen Helfern vor fünf Jahren das kleinste Schäfermuseum Süddeutschlands errichtet hat.

Schafe schon immer wichtig

Der Bezug zu Schafen und Schäfern besteht bei dem 76-Jährigen schon immer. Karl-Heinz Hornung hatte auch selbst Schafe. Den Karren, aus dem dann das Museum wurde, hat er im Wald entdeckt. Manfred Keim hat ihn mit etwas Hilfe wieder hergerichtet und teilweise neu aufgebaut.

Ausstellungsstücke von hiesigen Schäfern

Alle Utensilien im Schäferkarren sind original und von Schäfern aus der Umgebung. Teilweise haben sie ihre Staubmäntel, Schafsscheren oder Schippen an Hornung übergeben. Bis in die 1960er Jahre haben sie um Unteroestheim Schafe gehütet. Selbst eine Kastrierzange gibt es in dem kleinen Museum. Schäfer nahmen einen wichtigen Platz in der Gesellschaft ein. Zum einen haben sie Wolle geliefert, zum anderen Düngemittel in Form von Schafskot. So bezahlten Bauern die Schäfer für eine sogenannte Pferchsnacht. Der Pferch war ein umzäuntes Stück Wiese, in dem die Schafe dicht an dicht über Nacht standen. Ihre Hinterlassenschaften wurden dann als Dung vom Bauern weiterverwendet.

Viel Arbeit und wenig Geld

Auch wenn sich manche Bauern um Schäfer rissen, der Lohn für sie war sehr spärlich, auch wenn es eine Mahlzeit obendrauf gab. So hatten sie es schwer, eine ganze Familie zu ernähren. Die Schäfer zogen mit ihrem Karren, ihrem Hund und den Schafen jeden Tag von Weide zu Weide. Die Wiese, auf der das Schäfermuseum heute steht, wurde früher alle zwei Wochen von Schafen abgegrast.

Kaum noch Schäfer

Heutzutage gibt es den Beruf des Schäfers in dieser Form nicht mehr. Die Weide in Unteroestheim wird auch nur noch zweimal im Jahr von Schafen einer Großschäferei aus Baden-Württemberg abgegrast. Das hat zur Folge, dass der Landschaftspflegeverein nachhelfen muss. Denn die dritte wichtige Aufgabe von Schäfer war die Landschaftspflege. Ohne das regelmäßige Abgrasen wachsen unter anderem dornige Sträucher, die beseitigt werden müssen.

Museum liegt an Wanderweg

Von Ende März bis Oktober ist das Schäfermuseum geöffnet. Besucher können den Schäferskarren dabei einfach betreten. Der Nixe-Wanderweg führt direkt daran vorbei. Weitere Informationen gibt es direkt bein Betreibern.

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