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Nur ein Zuschauer positiv: Staatsoper mit Pilotversuch zufrieden | BR24

© Marc Rasmus/Picture Allliance

Wie sicher ist die Staatsoper?

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    Nur ein Zuschauer positiv: Staatsoper mit Pilotversuch zufrieden

    Sechs Wochen hat die Bayerische Staatsoper den Betrieb mit je 500 Zuschauern pro Vorstellung getestet und legte jetzt eine Zwischenbilanz vor: Es gab vier Infizierte, aber nicht im Zusammenhang mit Aufführungen. Ein Signal für andere Veranstalter?

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    Die Bayerische Staatsoper ist mit dem bisherigen Verlauf des "Pilotversuchs" sehr zufrieden: Seit Anfang September dürfen jeweils 500 Zuschauer in eine Vorstellung, in fast allen anderen bayerischen Theatern liegt die Höchstgrenze bei 200. Lediglich für die Nürnberger Meistersingerhalle und die Philharmonie im Münchner Gasteig gilt ebenfalls eine Ausnahmeregel.

    In den sechs Wochen der neuen Spielzeit wurden der Staatsoper zwar insgesamt vier Infektionsfälle gemeldet, aber offenbar steht keiner von ihnen im Zusammenhang mit dem Besuch einer Vorstellung. Ein einziger Zuschauer wurde einige Tage nach einer Vorstellung zwar positiv auf Corona getestet, doch weil genug Zeit zwischen seinem Opernbesuch und dem Testergebnis vergangen war, sah das Gesundheitsamt keinen Grund für eine Kontaktverfolgung unter den übrigen Anwesenden: "Es zeigte sich in der Fallanalyse, dass beim Besuch die Hygieneregeln eingehalten wurden und es zu keinerlei Intensivkontakten mit anderen Besuchern gekommen ist."

    "Stresstest" bestanden

    Drei weitere Infizierte gab es unter dem künstlerischen Personal, zwei davon allerdings bereits vor der Anreise nach München. Der dritte Betroffene hatte sich im näheren Bekanntenkreis infiziert und galt bereits vor seinem positiven Testergebnis als "Kontaktperson ersten Grades": "Dank des medizinischen Rats der Experten und der für diesen Fall entwickelten Maßnahmenpläne konnten schnell weitere Verdachtspersonen identifiziert werden, deren Tests sich bisher als negativ herausgestellt haben. Wir sind sehr froh, dass aufgrund des schnellen Handelns frühzeitig eine mögliche Verbreitung unterbrochen werden konnte. Und das wichtigste: Den infizierten Personen geht es den Umständen entsprechend gut." Die Staatsoper bezeichnet diese Erfahrungen in ihrer Pressemitteilung als "Stresstest".

    © Tobias Hase/Picture Alliance

    Staatsoper-Intendant Nikolaus Bachler ist optimistisch

    Staatsoper-Intendant Nikolaus Bachler gehört seit dem Frühjahr zu den besonders engagierten Kritikern der bayerischen Pandemie-Regeln. Dabei geriet er zeitweise auch mit Kunstminister Bernd Sibler aneinander. Jetzt urteilt Bachler über den Pilotversuch: "Die Bayerische Staatsoper arbeitet seit der Rückkehr aus den Theaterferien Mitte August 2020 mit einem elaborierten Hygiene- und Sicherheitskonzept sowohl für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Gäste als auch für unser Publikum. Ich bin froh, dass die von einer eigens eingesetzten 'Task Force' begleiteten Maßnahmen die Feuerprobe bestanden und eine Verbreitung des Virus in der Staatsoper bisher erfolgreich verhindert haben."

    Raumluft wird alle 9,5 Minuten komplett umgewälzt

    Auch die renommierte Virologin Ulrike Protzer von der TU München, die mit ihrem Team den Pilotversuch an der Staatsoper begleitet, zog kürzlich eine erfreuliche Bilanz. Die Oper verweist in ihrer Pressemitteilung darauf, dass die gesamte Raumluft im Saal alle 9,5 Minuten ausgetauscht wird. Das sei ein "Argument wohl auch für vergleichbare Kulturstätten, dass bei Vorliegen der entsprechenden Bedingungen vor Ort die 200-Besucher-Begrenzung zu starr erscheint". Befragungen des Publikums hätten ergeben, dass nur knapp sechs Prozent der Besucher die Situation als "eher gedrängt" empfunden hätten: "Ferner zeigt sich, dass dem Angebot von Speisen und Getränken sowie der Durchführung von Pausen bei Vorliegen eines geeigneten Hygienekonzepts keine Gründe entgegenstehen."

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