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Nürnberger SPD will Bildende Künstler mehr fördern | BR24

© dpa/pa

Eine moderne Kunstausstellung in Fishermans Warf Gebiet

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    Nürnberger SPD will Bildende Künstler mehr fördern

    Die SPD-Fraktion in Nürnberg will, dass die Stadtverwaltung ein Modell für eine angemessene Honorierung für Künstler erarbeitet. Sie unterstützt damit eine bundesweite Förderung der Bildenden Künstler.

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    Die Nürnberger SPD möchte mehr für Bildende Künstler in der Stadt tun. Zwar gebe die Stadtverwaltung jedes Jahr einen beträchtlichen Beitrag für Kultureinrichtungen und Kunstvereine aus, doch die Künstler selbst würden zu wenig Unterstützung erhalten. Diese Meinung vertritt die SPD-Fraktion im Nürnberger Stadtrat. Sie unterstützt damit eine bundesweite Forderung des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK).

    Akademiker am Existenzminimum

    Nach Aussage der SPD liegt das Jahresdurchschnittseinkommen eines Künstlers oder einer Künstlerin bei 17.858 Euro und das, obwohl die meisten von ihnen einen Hochschulabschluss haben. Das liegt daran, dass sie zwar bei Ausstellungen unterstützt werden, aber nicht darüber hinaus. Die Verwaltungen würden oft damit argumentieren, dass ihnen durch die Ausstellungen an sich geeignete Plattformen geschaffen würden, um den Verkauf ihrer Kunstwerke zu forcieren. Angesichts der prekären Einkommensverhältnisse müsse dies jedoch kritisch hinterfragt werden, so die SPD.

    "Ausstellungshonorar ist kein Almosen. Keine Sozialabgabe. Keine Maßnahme der Künstlerförderung. Keine Steuer. Das Ausstellungshonorar ist die Bezahlung einer Leistung." Berufsverband Bildender Künstler und Künstlerinnen

    Die SPD in Nürnberg fordert nun, dass ein "Modell zur Ausstellungs- und Mitwirkungsvergütung" der Künstler und Künstlerinnen erarbeitet wird.

    Verbände erarbeiten Vorschläge

    Der BBK hat in Nürnberg 250 Mitglieder und neun Regionalverbände. Er ist eingebunden in den Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, der ebenfalls für ein Honorar bei Ausstellungen und bessere Arbeitsbedingungen von Künstlern plädiert. Die Forderungen des Verbandes sind bezahlbare Atelierräume, Erhöhung von städtischen Projektzuschüssen und die Zahlung einer Ausstellungsvergütung.

    Nach Berlin hat Brandenburg 2017 als zweites Bundesland eine Vergütung von Künstlern in Zusammenhang mit Ausstellungen eingeführt. Bei Einzelausstellungen von ein oder zwei Künstler und Künstlerinnen werden 1.000 Euro pro Teilnehmer und Teilnehmerin gezahlt. Kleingruppen und Gruppenausstellungen erhalten 350 Euro beziehungsweise 150 Euro pro Kunstschaffenden.

    "Es besteht also dringender Regelungsbedarf, damit die künstlerische Tätigkeit wirtschaftlich überhaupt noch möglich bleibt. Der Bedarf ist auch ganz praktisch abzulesen an den Einkommen, die Künstlerinnen und Künstler durchschnittlich erzielen. Diese erreichen kaum mehr als Hartz IV- oder Grundrentenniveau, das jedem Bürger ohnehin zusteht." BBK, Berlin

    Verband: Alle erhalten Gehalt - nur der Künstler nicht

    Es könne nicht sein, so argumentiert der Verband, dass alle, vom Direktor bis zur Putzkraft ein Gehalt erhalten, nur der Künstler nicht. Der Verband fordert bei Ausstellungen in öffentlichen oder privaten Galerien ein Honorar zwischen 250 und 2.500 Euro. Ausstellungen in kommerziellen Galerien bleiben davon unberührt.