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Sopranstin Elizabeth Kingdon

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    Nürnberg trauert um Sopranistin Elizabeth Kingdon-Grünwald

    Neugierde, Humor und Professionalität: Damit ist die Sopranistin Elizabeth Kingdon-Grünwald zur Kultfigur geworden. Nun ist sie gestorben. Die fränkisches Kulturszene trauert um eine leidenschaftliche und schillernde Opernsängerin.

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    Von
    • Julia Hofmann

    Von der braven amerikanischen Mathematikstudentin zur ebenso gefeierten wie schillernden Gesangskünstlerin - der Werdegang der Sopranistin Elizabeth Kingdon-Grünwald war alles andere als absehbar.

    Erst die Mathematik dann die Oper

    1928 als Tochter eines Forschers im Bundesstaat New York geboren, absolvierte sie dem Vater zuliebe erst einmal ein Mathematikstudium. Dann aber übernahm der Gesang die Regie in ihrem Leben. Ein Gesangsstudium in Boston und New York führte sie als Stipendiatin nach Deutschland.

    Seit 1963 in Nürnberg

    Ihr erstes Engagement erhielt sie 1958 am Theater Bielefeld, 1963 wechselte sie an die Städtischen Bühnen Nürnberg und sang dort bis 1985 alle wichtigen Partien im Fach ‘Jugendlich-Dramatische’. Gastauftritte führten sie vor allem als Wagner-Interpretin in andere Theater der Bundesrepublik Deutschland, in die DDR, nach Österreich, der Schweiz und Frankreich.

    Zweite Karriere als Star der Pocket Opera Company

    Parallel dazu schloss Elizabeth Kingdon sich ab 1976 der Pocket Opera Company, Nürnberg (POC) an, und startete mit dieser freien Theatergruppe als persiflierende Diva eine zweite Karriere. In Nürnberg wurde sie mit diesem Wagnis zur Kultfigur: als große Operndiva die sich ohne Berührungsängste und ohne Aussicht auf stattliche Honorare mutig und experimentierfreudig der freien Kulturszene anschließt. "Eliza" wird zum Star der Kompanie und die POC zur international gefeierten Experimentier-Bühne. Die Sopranistin singt für die POC auf der ganzen Welt, von Mexiko bis nach Neuseeland.

    Innovatives Musiktheater war ihre Leidenschaft

    Daneben wirkte sie in zahlreichen Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten mit, war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande, Trägerin des Nürnberger Kulturpreises, Ehrenmitglied des Staatstheaters Nürnberg und vieler weiterer Auszeichnungen. 2001 gründete sie die "Kingdon-Grünwald-Stiftung". Deren Ziel ist die Förderung von Kunst und Kultur im Bereich der Musik, insbesondere im Bereich des innovativ – experimentalen Musiktheaters in der Metropolregion Nürnberg. Nun ist Elizabeth Kingdon-Grünwald kurz vor ihrem 93. Geburtstag gestorben.

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