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Einige Objekte des "Deutsches Jagdmuseums" wurden bereits als Raubgut aus dem Besitz jüdischer Sammler identifiziert.

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    NS-Raubgut: Rund 2,8 Millionen Euro für Herkunftsforschung

    Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste will mehr Licht in den europaweiten NS-Kunstraub bringen. Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln soll auch die Sammlung des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums in München auf Raubkunst durchleuchtet werden.

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    • BR24 Kultur

    Insgesamt 31 Forschungsvorhaben von Museen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie von sechs privaten Antragstellern werden von der Förderung von insgesamt 2,8 Millionen Euro profitieren, teilte das Zentrum mit. Zu den geförderten Projekten zählt die Erforschung der Sammlung des heutigen "Deutschen Jagd- und Fischereimuseums" in München. Der NS-"Sonderbeauftragte für Wirtschaftsangelegenheiten", Christian Weber (1883-1945), einer der ganz wenigen Duzfreunde von Adolf Hitler, hatte es 1938 als "Deutsches Jagdmuseum" gegründet. Einige Objekte wurden demnach bereits als Raubgut aus dem Besitz jüdischer Sammler identifiziert, momentan gelten 156 als möglicherweise belastet.

    Tausende Bücher und Blätter in Munitionskisten der Wehrmacht

    Außerdem wird ein Projekt der Stiftung Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt gefördert. Sie will die Herkunft eines Konvoluts aus tausenden Büchern und losen Blättern klären, das 2018 in zwanzig Munitionskisten der Wehrmacht und Umzugskartons an die Stiftung übergeben worden war. Erste Recherchen lassen vermuten, dass die Bücher zum größten Teil aus dem Besitz deportierter oder emigrierter Juden stammen.

    Die 2015 von Bund, Länder und Kommunen errichtete und in Magdeburg ansässige Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste fördert die Herkunftsforschung. Außerdem dokumentiert die Stiftung sogenannte Kulturgutverluste als Such- und Fundmeldungen in seiner öffentlichen Datenbank "Lost Art". Das Zentrum konzentriert sich dabei besonders auf "NS-Raubgut", insbesondere aus jüdischem Besitz. Bund und Länder haben seit 2008 die Provenienzforschung im Bereich NS-Raubgut mit insgesamt 39,6 Millionen Euro gefördert. Mit der Summe konnten bisher 391 Projekte realisiert werden.

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