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Kultur

Noch mehr Kultur für die Couch | BR24

© Bild: picture-alliance/dpa/ZUMA Press/Globe Photos

Bob Marley

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    Noch mehr Kultur für die Couch

    Immer mehr Museen und Theater bieten jetzt Ausstellungen und Inszenierungen online an. Außerdem gibt BR-Kultur-Redakteur Martin Zeyn Tipps für interessante Podcasts.

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    Wer tötete Bob Marley?

    1981 besuchte der schwer an Krebs erkrankte Bob Marley die Klinik des Ganzheitstherapeuten Dr. Issels in Rottach-Egern. Wenig später war er tot. Das befeuert auch heute noch Verschwörungstheorien. Der Grund: Doktor Issels soll angeblich 1981 im schönen Rottach-Egern den "King of Reggae" zu Tode therapiert haben. Sagen jedenfalls einige Marley-Fans – ob vor oder nach dem Genuss von Ganja, bleibt dabei unklar. Wie so oft, die Tatsachen sind ganz eindeutig (und ganz langweilig): Marley war bereits unheilbar krank, als er am Tegernsee ankam. Aber was vermag eine banale Wahrheit schon gegen eine tolle Geschichte? Das Bayerische Feuilleton klärt auf!

    © © dpa - Bildarchiv

    Lutz Seiler beschreibt die Wendejahre

    Berliner Wendejahre

    1990/91 im Berliner Osten. Caipirinhas im Keller eines eingestürzten Hauses, Bier im Schlachtraum einer Metzgerei. Der Osten war wild – und alle zogen durch die Straßen, immer auf der Suche nach einem neuen Hotspot, irgendeinem rappelvollen Laden, der gestern noch nicht da war. Lutz Seiler erzählt von dieser Zeit in seinem neuen Roman "Stern 111". Für den erhielt er den "Preis der Leipziger Buchmesse". Der ist mit 15.000 Euro dotiert – und ermöglicht ihm hoffentlich, mal wieder Zeit für einen Gedichtband zu finden. Lutz Seiler im Interview und eine Lesung aus dem Roman gibt es in den radioTexten.

    © picture alliance / Henning Kaiser/dpa

    Schriftsteller Kristof Magnusson

    Zugängliche Sprache

    Es einfach sagen. Sagt sich so leicht. Es macht eine Heidenarbeit, die eigenen Texte so allgemeinverständlich wie möglich zu halten. Also auf Fremdwörter zu verzichten, auf Relativsätze, auf Sprachbilder. Das Ziel: möglichst keine Hemmschwelle aufzubauen. Der Schriftsteller Kristof Magnusson hat jetzt sogar zwei Krimi-Geschichten in einfacher Sprache geschrieben. Im sprachkritischen Magazin "Sozusagen" erklärt er, was ihn daran fasziniert hat.

    © Lotte Meret Effinger/Kunsthaus Basel

    Filmstil aus Lotte Meret Effingers Arbeit "Surface-Glaze"

    Schönheit für Bildschirme

    Nein, das Original ist nicht ersetzbar, auch nicht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Aber was ist mit Medien, die heute per se unbegrenzt vervielfältigbar sind wie Fotos oder Videos? Die Kunsthalle Basel bietet zurzeit eine exquisite Videokunstausstellung im Netz an. Darunter Lotte Meret Effingers Arbeit "Surface-Glaze", eine visuell überwältigende (mutmaßlich autoerotische) Erkundung des menschlichen Körpers und seiner Schönheit. Und jede/jeder von uns kann so ganz einfach Kunst auf seinen Monitor zaubern.

    Corona literarisch

    Überall veröffentlichen jetzt Schriftsteller*innen Corona-Tagebücher und schildern ihren Umgang mit der Krankheit. Clemens J. Setz ist einen anderen Weg gegangen. Der Schriftsteller hat in einem Artikel ein Ereignis beschrieben, das kaum bedeutungsloser sein könnte in diesen Tagen: Die Bekanntgabe an die Big-Brother-Insassen, dort draußen gebe es eine Pandemie. Setz schildert eine Szene, einen Moment der plötzlichen Erkenntnis, wie sie sonst so nur in Horrorfilmen vorkommt: Es gab eine heile Welt, die aber ist unrettbar verloren.

    © Julian Baumann

    The Vacuum Cleaner an den Münchner Kammerspielen

    Hat das Theater den Ausnahmezustand längst geprobt? Haben die Bühnen längst Mittel entwickelt, der Krise zu begegnen? Etwa, indem sie die Körper entmaterialisierten. Wie Frank Castorf es vormachte, der die Schauspieler*innen ständig von einer Videokamera begleiten ließ. Der Körper des Schauspielers existiert heute auch vor allem medial. Das Video hat die Schauspieler von der Bühne entrückt – sollte Entfremdung, Verfremdung zeigen. Viele Theater, darunter die Kammerspiele oder die Berliner Schaubühne, bieten jetzt Mitschnitte ihrer Aufführungen an. Die sind manchmal nicht nur Dokumentationen, sondern eigene Kunstwerke.

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