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New York Times jetzt ohne politische Karikaturen | BR24

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O-Ton Karikaturist Achim Greser

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New York Times jetzt ohne politische Karikaturen

Der renommierte Karikaturist Achim Greser hat im Interview mit der Bayern 2 radioWelt das Ende für politische Karikaturen in der "New York Times" kritisiert.

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Die amerikanische Ausgabe der "New York Times" hat politische Karikaturen bereits vor zwei Monaten verbannt. Nun verabschiedet sich die Tageszeitung auch in ihrer internationalen Ausgabe davon.

"Was die New York Times da veranstaltet, ist ein harter Schlag gegen unseren Beruf. Es ist vielleicht auch eine Art Selbstzensur." Achim Greser

Greser hält auch den Anlass für die Entscheidung für "merkwürdig": "Es geht dabei um Trump, der eine Kippa trägt und Netanjahu an der Leine als Dackel führt." Der Zeichner hält die Karikatur für "vermufft" und unzeitgemäß:

"Das ist eine Karikatur aus der Zeit als Karikaturen die Aufgabe hatten, Analphabeten die politische Lage zu erklären." Achim Greser

"Niemand erträgt mehr Gegenmeinung"

Seiner Meinung nach hätte die New York Times die richtige Konsequenz daraus gezogen, schlechte Karikaturen zu verbieten und nicht alle. Der Karikaturist glaubt, dass die Verlage Beschwerden verhindern wollen und beklagt, "dass niemand mehr eine Gegenmeinung erträgt" und wohl "niemand mehr eine intellektuelle Anregung brauche, die das Gegenteil dessen vorführt, was er gerade im Sinn hat."

Achim Greser zeichnet zusammen mit Herbert Lenz regelmäßig für die Titanic, Frankfurter Allgemeine Zeitung und den Stern.