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Pünktlich zur Vorweihnachtszeit hat BR24 die wichtigsten Neuerscheinungen aus Niederbayern und der Oberpfalz gesichtet.

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Neue Bücher aus Niederbayern und der Oberpfalz

Was gibt es Neues auf dem regionalen Büchermarkt? Pünktlich zur Vorweihnachtszeit hat BR24 die wichtigsten Neuerscheinungen aus Niederbayern und der Oberpfalz gesichtet. Hier unsere Lese- und Geschenktipps:

Düstere Unterhaltung aus dem Bayerischen Wald

Auf dem Friedrichsberg nahe Wegscheid steht ein hölzerner Aussichtsturm. In einer stürmischen Nacht im Jahr 1935 finden die Dorfbewohner am Fuß des Turmes einen Toten: Es ist der Dorfschullehrer Steiner. Ist er in den Tod gestoßen worden? Oder hat er sich selber in die Tiefe gestürzt? - So beginnt die Roman-Trilogie "Talberg", eine furiose Bayerwald-Saga, die die Geschichte eines Bergdorfes und seiner Bewohner in drei Etappen und über einen Zeitraum von gut 90 Jahren erzählt. - Der Autor, Oliver Kern, gehört aktuell zu den produktivsten Unterhaltungs- und Krimischriftstellern im deutschsprachigen Raum. Die Talberg-Trilogie brachte er unter Pseudonym heraus: Als "Max Korn" entführt er seine Leser in die dunkelsten Winkel des Waldes und der menschlichen Seele. - Spannende, düstere und über alle Maßen unterhaltsame Lektüre für lange Herbst- und Winterabende auf fast 1200 Seiten.

  • Max Korn (alias Oliver Kern), Talberg 1935 / 1977 / 2022, Heyne-Verlag, jeweils 15 Euro.

Straubings Anfänge

Seit dem 1. Jahrhundert nach Christus haben die Römer die bayerische Donau auf einer Länge von rund 200 Kilometern als Bollwerk und Grenzbefestigung genutzt. Im vergangenen Jahr hat die Unesco den Donau-Limes mit dem Welterbe-Prädikat geadelt. - Von Beginn an kam der Römerstadt Sorviodurum, dem heutigen Straubing, eine besondere Bedeutung zu. Früh unterhielten die Römer hier einen Donauhafen. Und das hier errichtete Hilfstruppenlager mit mehr als 1500 Mann Besatzung war lange Zeit der größte römische Stützpunkt an der gesamten bayerischen Donaustrecke. - Der Leiter des Straubinger Gäubodenmuseums, Günther Moosbauer, hat jetzt mit Co-Autorin Veronika Fischer eine umfassende Monografie vorgelegt. Auf gut 250 Seiten zeichnet das Autorenpaar anhand wichtiger Funde und Ausgrabungsergebnisse die Frühgeschichte in der Donauregion nach. Ein umfassendes, reich bebildertes Sachbuch, das die römische Vergangenheit Straubings lebendig werden lässt.

  • Günther Moosbauer und Veronika Fischer: "Römer und frühe Baiern in Straubing", Verlag Friedrich Pustet, 39,95 Euro.

Glücksorte in Niederbayern

Eine Barock-Basilika in Altenmarkt oder eine Nudel-Manufaktur in Bad Griesbach, ein Alpaka-Streichelzoo in Ausham oder ein Museum in Oberaichbach, das Kaffeekannen sammelt – all dies sind Orte zum Glücklichsein, findet jedenfalls die Journalistin Christine Hochreiter. Die Autorin hat 80 solcher "Glücksorte" in Niederbayern identifiziert und in einer launingen Sammlung zusammengestellt, allesamt großartige Tipps für den nächsten Familienausflug. Ein schönes Buch für Niederbayern-Neulinge. Aber auch Kenner der Region lädt dieses Buch zum Neu- und Wiederentecken ihrer Heimat ein.

  • Christine Hochreiter: "Glücksorte in Niederbayern", Droste Verlag, 16,50 Euro.

Katholische Bäume

An einem Baum bei Enzenrieth im Landkreis Neustadt an der Waldnaab hängt ein geschnitztes Bild, es zeigt die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten: der Heilige Josef führt einen Esel, auf dem Maria mit dem Jesuskind sitzt. Darunter steht geschrieben: "Es ist eine harte Reis', wenn man den Weg nicht weiß. / Frag' die drei heiligen Leut', die sag'n Euch den Weg zur Seligkeit." - Der Fotograf Rudi Wilhelm hat dieses Schnitzwerk fotografiert. Zu finden ist das Foto in seinem neuen Bildband über "Katholische Bäume". - Mehr als 170 solcher Bäume, die mit Heiligenbildern, Marienstatuen, Marterln, oder Kruzifixen geschmückt sind, hat Wilhelm in der ganzen Oberpfalz erwandert und für seinen ungewöhnlichen Bildband abgelichtet. Sie stehen an Wegkreuzungen, auf Anhöhen, oder erinnern an Unglücksfälle, die sich an den jeweiligen Orten ereigneten. Eine Sammlung von Zeugnissen Oberpfälzer Volksfrömmigkeit, ebenso beeindruckend wie unprätentiös.

  • Rudi Wilhelm: "Katholische Bäume in der Oberpfalz", Büro Wilhelm Verlag, 29,90 Euro.

Die Oberpfalz im Bildband

Der Fotograf Simon Süß stammt aus Schwandorf. Drei Jahre lang hat er seine Oberpfälzer Heimat durchstreift um Fotos für diesen wahrhaft opulenten Bildband anzufertigen. Viele spektakuläre Aufnahmen und ungewöhnliche Perspektiven auf mehr als 270 Seiten zeichnen den Band aus, Manfred Knedlik und Alfred Wolfsteiner haben Texte zu den Bildern von Süß beigesteuert.

  • Simon Süß: "Die Oberpfalz", Verlag Friedrich Pustet, 39,95 Euro.

Kochen und Fußball

Anton Schmaus ist Koch in 14. Generation. Seine Familie hat über Jahrhunderte ein Gasthaus in Viechtach im Bayerischen Wald bewirtschaftet. Er selbst hat sich nach Wanderjahren in Regensburg niedergelassen. Zwei seiner Restaurants dort sind mittlerweile mit Michelin-Sternen dekoriert. - Seit 2017 hat Anton Schmaus einen Zweitjob. Und der ist von nationaler Tragweite. Denn Schmaus ist Koch der deutschen Fußballnationalmannschaft. Pünktlich zur WM in Katar hat Anton Schmaus sein erstes Kochbuch veröffentlicht. Es ist eine Art Lebensgeschichte in Kochrezepten. - Besonders anrührend sind jene Kapitel, in denen sich Schmaus seiner Herkunft erinnert, und wie diese ihn geprägt hat, als Mensch und als Koch: die Kindheit im Wirtshaus in Viechtach. Und dann die Schulzeit im Internat bei den Benediktinermönchen in Metten. - So verrät Schmaus in seinem Kochbuch nicht nur die Rezepte für erlesene Gerichte aus seiner Sterneküche, und welches Müsli Manuel Neuer und Co fit machen soll bei der WM. Er erläutert auch die Zubereitung von Pichelsteiner-Eintopf und Semmelschmarrn. Kulinarische Erinnerungen an die Internatsküche.

  • "Anton Schmaus kocht", Südwest-Verlag, 30 Euro.

Drachensaga aus der Oberpfalz

Ein ungeplanter Zusammenstoß mit einem Ungeheuer katapultiert den 15-jährigen Roth in eine fantastische, fremde Welt. Er begegnet dort den beiden Teenagern Alice, 16 Jahre, und Shane, 17, sowie der Drachenfrau Sturm, 927 Jahre. So beginnt die Comic-Saga "Are Dragons Real?" - Die Autorin dieses ungewöhnlichen Manga-Bandes ist eine Gymnasiastin aus Ebermannsdorf im Kreis Amberg-Sulzbach. Alexa Valenzuela Chavez war gerade 17 Jahre alt, als sie ihren Comic veröffentlichte. Eine große Fan-Gemeinde hatte die Teenagerin mit mexikanischen Wurzeln allerdings schon vorher. Auf der Online-Plattform TikTok hat sie mittlerweile mehr als 130.000 Fans, die ihre Arbeit begleiten. Für ihren Mut und ihre künstlerische Leistung wurde Chavez in diesem Jahr mit dem Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz ausgezeichnet. Inzwischen arbeitet die Autorin am zweiten Band ihrer Drachen-Saga. Geplant hat sie eine Trilogie.

  • Alexa Valenzuela Chavez: "Are Dragons Real", nur Online bei Amazon oder Thalia, 16,99 Euro.