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Gegen Lockdown-Langeweile: Songs von M. Ward & Aidan Knight | BR24

© Audio: BR, Bilder: Bandcamp

Die Songschreiber M. ward und Aidan Knight verblüffen mit feinen Liedern.

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Gegen Lockdown-Langeweile: Songs von M. Ward & Aidan Knight

Viele Musiker haben dieses Jahr versucht, sich mit alternativen Möglichkeiten über Wasser zu halten. Der Amerikaner M. Ward und der Kanadier Aidan Knight haben die Zeit genutzt, um neue Songs und ungewöhnliches Repertoire zu erproben.

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Von
  • Sabine Gietzelt

Was für ein Opening! Erst knistert und rauscht es, dann taucht M. ward in einen Jazzklassiker ein, den schon die große Billie Holiday interpretiert hat. "Well, I get alone without you very well, of course I do", lautet die berühmte Zeile dieses Liedes über eine gescheiterte Liebe.

Billie Holidays Stimme beeindruckte den jungen Gitarristen zutiefst

Kein Klage, sondern volle Kraft voraus. Den ersten Song dieses Albums hat zwar nicht M. Ward nicht selbst geschrieben, aber es ist eine seiner Lieblingsnummern von Lady Day alias Billie Holiday. Als Ward 20 war, verlor er sich in Billies coolem Gesang, Drogen und viel Alkohol hat ihrer Stimme zugesetzt. Wenn Ward, damals angehender Gitarrist, ihren Gesang hörte, dachte er manchmal, er höre eine wunderschön verzerrte Gitarre. Dreißig Jahre später begann er, aus den Songs von Billie Holiday etwas Eigenes zu machen.

Neu aufbereitete Songs mit alter Technik

Ward verfremdete die Songs, spielte sie mit anderen Gitarrenstimmungen und sang sie mit seiner rauchigen, warmen Stimme ein. Aufgenommen wurde das minimalistische Experiment auf einem alten Vier-Spur-Kassettenrecorder aus Wards Teenagerzeit. Ward liebt es analog. Und was könnte besser passen zu den niemals wirklich vergangenen Songs, diesen Klassikern des Great American Songbook, die unzähligen Jazzkünstlern als Improvisationsgrundlage dienen. Ward erzählt die Geschichten, die in diesen Liedern stecken, nun mit hingebungsvoller Intensität nach.

© Bandcamp

Album-Cover "Think of Spring"

Gefühlvolles Album, entstanden in der Quarantäne

"Think Of Spring" ist ein wundervolles Album, das Ward ganz allein mit Gitarre und Mikrophon während der Quarantäne aufgenommen hat. Davor hat er nämlich bereits im Frühjahr Migration Stories veröffentlicht, auch das ein unglaublich stimmungsvolles, interessant instrumentiertes Album.

Die Veröffentlichung des neuen, berührenden Albums kommt also überraschend, ist aber nachvollziehbar. Sie bestätigt den Ruf von M. Ward, der seit 20 Jahren langsam, aber stetig immer bekannter wird.

Think Of Spring, das neue Album von M. Ward ist über streaming-Plattform Bandcamp erhältlich.

© Full Time Hobby Records

Aidan Knight mag kleine Vergnügungen und naturnahe Unternehmen.

Vierzig Minuten gefühlte Normalität während der Aufnahmen

Eine andere Spielart wählten fünf Kanadier für ihr neuestes Album. Am 18. September trafen sich das Quintett im Catalogue Studio und nahm - mit entsprechendem Abstand - ein kurzes Live-Album auf. Aiden Knight heißt allerdings nicht nur der Sänger, es ist auch der Name einer Band, deren Instrumentarium Pedal Steel, Klavier, Synthesizer, Gitarre, Schlagzeug , Bass umfasst.

Über die Aufnahmen sagt der Frontman: Das Leben hätte sich für 40 Minuten mal wieder normal angehört. Auch diese Band hatte erst im Sommer ihr schönes Album mit elf Songs veröffentlicht. Sieben Stücke davon gibt es nun auf dem herzwärmenden Aufnahmen von Live At The Catalogue. Gefilmt und gestreamt wurde die Show ebenfalls .

Live At The Catalogue von Aidan Knight auf Bandcamp, hier lässt sich auch der Film zum Konzert streamen.

© Bandcamp

Das Album "Live At The Catalogue" von Aidan Knight

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