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Mythos Lindenbichl: Eine Zeltlagerinsel im Staffelsee | BR24

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Am Steg liegen, Sterne beobachten, die Liebe fürs Leben finden oder zum Glauben: Seit mehr als 60 Jahren verbinden viele mit "Libi" einen unvergesslichen Sommer. Trotz Corona soll in diesem Jahr der besondere Insel-Spirit spürbar sein - nur anders.

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Mythos Lindenbichl: Eine Zeltlagerinsel im Staffelsee

Am Steg liegen, Sterne beobachten, die Liebe fürs Leben finden oder zum Glauben: Seit mehr als 60 Jahren verbinden viele mit "Libi" einen unvergesslichen Sommer. Trotz Corona soll in diesem Jahr der besondere Insel-Spirit spürbar sein – nur anders.

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Seehausen am Staffelsee. Eigentlich reisen um diese Jahreszeit rund 25 ehrenamtliche Helfer auf die Insel Lindenbichl bei Murnau in Oberbayern, um die legendären Sommerlager vorzubereiten. Doch die Crew hat nur Gepäck für einen einzigen Nachmittag dabei. Denn in diesem Jahr gibt es nur einen Bootsgottesdienst, weil die Zeltlager wegen Corona heuer ausfallen. Normalerweise sind gut 2000 Kinder über den Sommer verteilt auf Linderbichl, die Insel-Zeltlager sind unter evangelischen Jugendlichen längst Kult.

Bootsgottesdienst statt Zeltlager

Seit 1952 hat die Evangelische Jugend Weilheim die nur 230 Meter lange Insel gepachtet und ist somit den Sommer über die "Hausherrin". Diakonin Lea Hermann-Petrat, die die Zeltlager organisiert, wäre in diesem Jahr zum fünften Mal in ihr Insel-Zelt gezogen und hätte ihren Arbeitsplatz von Mitte Juni bis Mitte September nach Lindenbichl verlegt. Das ist für sie immer eine besondere Zeit. "Man lässt ein Stück seiner Seele hier. Es ist schwer zu beschreiben. Aber man hat diese wunderschöne Natur, ist direkt am See, dazu viele tolle Menschen, die an einem Strang ziehen. Und unser aller Ziel ist, dass die Kinder eine gute Zeit haben, und man selbst auch."

Dass es in diesem Jahr nicht so ist, schmerzt sie. Mit dem Bootsgottesdienst will die Diakonin zumindest ein bisschen Ersatz für die ausgefallenen Zeltlager schaffen. "Wir versuchen mit dem Gottesdienst, dieses Gefühl der Gemeinschaft zumindest ein bisschen aufleben zu lassen und zu sagen: Egal, wo wir sind, wir denken aneinander."

Gemeinschaftsgefühl über Instagram

Fotos schießen und im Internet posten – das ist eine der Ideen, wie der Insel-Spirit im Corona-Sommer weiterleben soll. Doch allen ist klar, dass die echten Erfahrungen, das Kennenlernen anderer Kinder und Jugendlichen und das Gemeinschaftsgefühl, nicht ersetzt werden kann.

Etwas Gutes hat die Absage des von "Libi" allerdings auch: Zum einen soll der zeltlagerfreie Sommer genutzt, um die Insel barrierefrei zu machen. Zum anderen kann sich die Wiese im Landschaftsschutzgebiet erholen, weil weder Mensch noch Zelt auf ihr stehen.

Mehr zum Thema am Mittwoch, 15. Juli 2020 um 19 Uhr in STATIONEN im BR-Fernsehen und im Anschluss in der BR-Mediathek.

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