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Mutter-Museum auf der Liste bedrohter Museen | BR24

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Außenansicht des Mutter-Museums Amorbach

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    Mutter-Museum auf der Liste bedrohter Museen

    Es kombiniert Kitsch mit Kunst und ist nach Ansicht des Deutschen Kulturrats gefährdet: Das Mutter-Museum Amorbach ist ein Neuzugang auf der "Roten Liste" bedrohter Kultureinrichtungen. Aber es gibt erste Ideen, um das Museum zu retten.

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    Auf der heute veröffentlichten Liste des Deutschen Kulturrats ist das kleine Amorbacher Museum unter den vier Neuzugängen. Wörtlich schreibt der Kulturrat:

    "Das Mutter-Museum in Amorbach erwartet seine Besucher mit viel Skurrilem und Unerwartetem. Neben den zahlreichen Objekten zwischen Kunst und Kitsch finden sich auch frühe Arbeiten Christos, Yves Kleins und Roy Lichtensteins [...]. Die Zukunft der Einrichtung erscheint jedoch ungewiss." Mitteilung des Deutschen Kulturrats e.V.

    Von Kaffeekannen bis Picasso

    Sinkende Besucherzahlen haben die Öffnungszeiten des Mutter-Museums auf zwei Tage im Monat schrumpfen lassen. Der Kulturrat stuft das Museum in die "Gefährdungskategorie 3" ein - die Vorwarnstufe der Liste. Offenbar zieht die besondere Mischung des 1985 eröffneten Museums immer weniger: Unter tausenden Teekannen und Puppen hatte Gründerin Eva Maria Berger auch Kostbarkeiten von Chagall bis Picasso zusammengetragen.

    Derzeit nur zwei Öffnungstage

    Sohn Michael Berger ist inzwischen selbst über 70 Jahre alt und lebt als Künstler in Wiesbaden. Mehrfach seit 2009 hatte der Erbe ein wachsendes Finanzdefizit beklagt und 2010 das Museum geschlossen. Erst 2016 wurde es wieder eröffnet, verzeichnet aber bei reduzierten Öffnungszeiten noch weniger Besucher.

    Themenführungen und mehr Öffnungstage

    Bürgermeister Peter Schmitt will die endgültige Schließung verhindern und hat für September einen ersten Termin mit Michael Berger vereinbart. Geplant ist, das Mutter-Museum in eine Gesamtkonzept für die Kultur in Amorbach einzubinden - mit Themenführungen und erweiterten Öffnungszeiten.