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Musikerin Mira Mann über ihr Solo-Debüt "Ich mag das" | BR24

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Mira Mann, Sängerin und Bassistin von Candelilla, hat ihre erste Solo-EP herausgebracht: "Ich mag das". Im Interview erzählt sie, wie sich ihre"Gedichte der Angst" zu der Vertonung verhalten.

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Musikerin Mira Mann über ihr Solo-Debüt "Ich mag das"

Mira Mann, Sängerin und Bassistin der Münchner Band Candelilla, hat ihre erste Solo-EP herausgebracht: "Ich mag das" lautet der Titel. Im Interview erzählt sie, wie sich ihre "Gedichte der Angst" zu der Vertonung verhalten.

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Ihre Stimme kennen wir von der Münchner Band Candelilla: Jetzt hat die Bassistin, Sängerin, Poetin und Autorin Mira Mann, die auch für die Kulturredaktion des BR arbeitet, ihre erste Solo EP herausgebracht. 2019 erschienen von ihr die "Gedichte der Angst" im Verlag parasitenpresse. Zusammen mit dem Komponisten Ludwig Abraham hat sie diese Gedichte vertont und auf der EP: "Ich mag das" versammelt. Joana Ortmann hat mit Mira Mann über ihre erste EP gesprochen und wie sich ihre Gedichte bei der Vertonung verwandelten.

Joana Ortmann: Die Solo-EP heißt "Ich mag das" und das verbindende Element zwischen den Songs ist, dass sie alle von kleinen, alltäglichen Momenten und Stimmungen erzählen, die die meisten Menschen gar nicht groß beachten würden, während du gerade da sozusagen mit der Lupe drauf schaust. Was findest du daran interessant?

Mira Mann: Dass das oft so verletzliche Momente sind, wo Menschen etwas von sich zeigen, was ich sonst vielleicht nicht sehen kann. Dieses Unter-die-Oberfläche-Schauen und dieser Versuch zu beschreiben, was da sein könnte, interessiert mich. Und das schaffe ich, indem ich so nah wie möglich rangehe.

Wie würdest du deine Texte bezeichnen? Als Gedichte oder eher als Spoken Word?

Mit Spoken Word fühle ich mich total wohl. Früher bei Candelilla, als ich noch jünger war, habe ich ja viel kraftvoller intoniert, das ging mehr in Richtung Schreien. Und auf meiner aktuellen Solo-EP mache ich das gar nicht mehr. Das gefällt mir aber eigentlich ganz gut.

Musikalisch wirst du von Ludwig Abraham begleitet – wie habt ihr zusammengearbeitet?

Wir haben uns tageweise getroffen, in einem kleinen Studio am Münchner Hauptbahnhof. Ich hatte meinen Gedichtband dabei, er seinen Laptop, und dann haben wir uns jeweils für ein Gedicht entschieden, aber nicht das Wort-Material an sich verwendet, sondern nur die jeweilige Situation oder Stimmung benutzt. Er hat angefangen, erste Samples zu programmieren, ich habe neue Texte geschrieben und dann Text und Musik nach und nach zusammengelegt, also die Wörter auf den Beat gelegt, was ja immer nochmal ganz schön was verändert. Danach fängt man an, darüber nachzudenken, was für eine Struktur man wählen könnte. Eine klassische Strophe oder lieber doch was ganz anderes?

Die Musik spielt dabei ihre ganz eigene Rolle...

Das versuche ich schon lange so umzusetzen. Schon bei Candelilla sollte die Musik ihre eigene Sprache sprechen. Es muss nicht alles über den Text gesagt werden. Eine so komponierte Musik kann viel, zum Beispiel auch einem traurigen Text eine leichtere, lustigere Ebene entgegensetzen.

Den vorher erwähnten Gedichtband hast du 2017 begonnen und vor kurzem rausgebracht – nach einer großen persönlichen Krise. Titel: "Gedichte der Angst", aber die EP heißt "Ich mag das". Dazwischen muss also etwas Grundlegendes passiert sein…

Der Transfer von einigen "Gedichten der Angst" zu "Ich mag das" hat mir gezeigt: Selbst wenn man in einer großen Krise ist, gibt es sehr schöne, nahe, zarte Momente mit anderen Menschen, die es wert sind festgehalten zu werden. Das wollte ich auf dieser EP tun.

Mira Mann: "Ich mag das" ist digital und als Vinyl 12 bei Problembär Records erschienen.

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