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Musical-Preise für "Drei Männer im Schnee" aus München | BR24

© Christian POGO Zach/Gärtnerplatztheater

Sektlaune: Gärtnerplatztheater erfolgreich

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    Musical-Preise für "Drei Männer im Schnee" aus München

    Das Gärtnerplatztheater München räumte ordentlich ab bei der Verleihung der Preise der Deutschen Musical-Akademie in Hamburg. Das Stück nach Erich Kästner wurde mit den Trophäen für beste Regie, bestes Bühnenbild und besten Hauptdarsteller bedacht.

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    Recht nostalgisch ging es zu im Gärtnerplatztheater, als "Drei Männer im Schnee" nach dem Roman von Erich Kästner aus dem Jahr 1934 im vergangenen Februar Uraufführung feierte. Das Publikum war begeistert, die Stimmung bestens, auch wenn die Ausstattung etwas altmodisch wirkte. Jetzt hat Intendant und Regisseur Josef E. Köpplinger mit seinem Konzept recht behalten: Die Deutsche Musical-Akademie würdigte ihn gleich dreifach. Er selbst wurde für seine Regie-Leistung ausgezeichnet, Ausstatter Rainer Sinell für sein Bühnenbild und der gebürtige Erlanger Armin Kahl für seine Hauptrolle als Dr. Fritz Hagedorn. Kahl ist Absolvent der Theaterakademie August Everding in München und war am Gärtnerplatztheater auch als "Tick" in dem Erfolgsmusical "Priscilla - Königin der Wüste" zu sehen.

    Der bayerische Kunstminister Bernd Sibler gratulierte zum Preis-Regen mit dem Hinweis auf die "großartige künstlerische Leistung dieses modernen Mehrspartenhauses" und ergänzte: "Seiner ursprünglichen Bestimmung, als Volksbühne einem breiten Publikum Kunst- und Kulturgenuss auf herausragendem Niveau zu bieten, ist dieses besondere Staatstheater bis heute treu geblieben."

    © Reinhard Winkler/Landestheater Linz

    Hoppelt aus dem Koffer

    NS-Diktatur als Thema

    In "Drei Männer im Schnee" geht es um einen Berliner Industriellen, der Silvester 1932 zur Erholung in die Alpen fährt, im Grandhotel durch eine Verwechslung allerdings für den mittellosen Gewinner eines Preisausschreibens gehalten wird und diese ungewohnte Rolle schließlich sogar genießt. Bei der Feier zum Jahreswechsel stellen sich auch uniformierte SA-Männer ein, die heraufziehende Nazi-Zeit ist also zumindest optisch Thema.

    Ebenfalls mit der NS-Zeit hat das beste deutschsprachige Musical des Jahres zu tun: "Der Hase mit den Bernsteinaugen" kam im April am Landestheater Linz heraus. Die für Musical-Verhältnisse außergewöhnlich anspruchsvolle Geschichte beruht auf dem gleichnamigen Buch des britischen Keramik-Künstlers Edmund de Waal, der darin das Schicksal seiner jüdischen Vorfahren seit dem 19. Jahrhundert beschrieb. Die ursprünglich sehr arme osteuropäische Familie Ephrussi brachte es in Wien und Paris zu erheblichem Reichtum, verlor jedoch durch eigenes Verschulden und die NS-Diktatur fast alles. Das Exil führte Familienmitglieder bis nach Tokio.

    Joop van den Ende Ehrenpreisträger

    Der 77-jährige niederländische Musical-Unternehmer Joop van den Ende, Firmengründer der Stage Entertainment, erhielt den diesjährigen Ehrenpreis. Unter seiner Leitung entstanden solche Erfolge wie das Fußball-Epos "Das Wunder von Bern" am Hamburger Hafen und "Ich war noch niemals in New York" mit den Liedern von Udo Jürgens, ein Musical, das gerade von Philipp Stölzl verfilmt wurde. 2018 trennte sich van den Ende von den vierzig Prozent an der Stage Entertainment, die er noch besessen hatte, und verkaufte sie an die amerikanische Advance Publications.

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