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Münchner Tatort "Unklare Lage": BR-Reporter spielen sich selbst | BR24

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Der Sonntagabend-Tatort ist ungewöhnlich und eher ein Thriller als ein klassischer Krimi: Leitmayr und Batic müssen nach einem Attentat ein mögliches weiteres verhindern, irgendwo in der traumatisierten Stadt München.

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Münchner Tatort "Unklare Lage": BR-Reporter spielen sich selbst

Das OEZ-Attentat hielt 2016 München in Atem. Die Panik, die damals die Stadt ergriff, Spekulationen, die kursierten, und die Terrorangst, die überall zu spüren war - all das thematisiert nun der "Tatort". Mitgespielt haben auch einige BR-Reporter.

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"Wissen Sie noch, wie die Leute damals abgegangen sind? Nachdem der Typ aus dem Einkaufszentrum raus ist? Wie plötzlich jeder irgendeinen Typen mit 'ner Knarre gesehen hat?", fragt der Verdächtige an einer Stelle im Laufe des Münchner Tatorts "Unklare Lage".

OEZ-Attentat als Vorlage für Münchner Tatort

Erinnerungen werden wach. Am 22. Juli 2016 erschoss ein 18-Jähriger im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München neun Menschen und anschließend sich selbst. Die Tat versetzte die Menschen damals aufgrund der zunächst unklaren Lage in Panik, in den sozialen Netzwerken gab es zahlreiche Falschmeldungen. Die bayerische Landeshauptstadt war im Ausnahmezustand.

Panik, Spekulationen und Angst - das sind auch die Themen des neuen Tatorts. Regisseurin Pia Strietmann habe "das schwelende, sich steigernde Gefühl von einer bedrohlichen unklaren Lage an einem solchen Tag" zeigen wollen.

BR-Reporter spielen im Tatort mit

Im Münchner Tatort spielen auch einige BR-Reporter mit, die 2016 während des OEZ-Attentats im Einsatz waren. So beispielsweise Vera Cornette. "Beim Dreh für den Tatort kamen diese Gefühle wieder hoch. Die Angst, die Unsicherheit, die sich in der Stadt ausbreitete", erzählt sie.

Als die Reporterin von dem Attentat erfuhr, holte sie zunächst ihre Freundin vom Pizzaessen ab, brachte sie in Sicherheit und fuhr dann in die Redaktion. Sie versuchte, den Meldungen in den sozialen Netzwerken nachzugehen, prüfte Internetvideos und berichtete für den BR und die ARD über die Geschehnisse.

"In den Stunden der Ungewissheit funktionierte ich einfach nur. Möglichst schnell berichten, was gesichert ist. Filtern und auswählen, was man wirklich an die Bevölkerung weitergeben kann." BR-Reporterin Vera Cornette

"Irgendwie war alles so real", sagt Martin Breitkopf, BR-Korrespondent im Studio Oberland, über den Tatort-Dreh. Er habe sich in der Zeit zurückgesetzt gefühlt.

"Deswegen musste ich mich nicht groß in meine Rolle reindenken - ich tat das, was ich immer tue - berichten. Passanten, die vorbeikamen, mussten wir sogar erklären, dass es sich um einen Filmdreh handelte, weil alles so real wirkte." BR-Reporter Martin Breitkopf

Leitmayr und Batic ermitteln in ihrem 83. Fall "Unklare Lage"

Wie kann es sein, dass plötzlich überall Täter gesehen wurden, obwohl es nur einen gab? Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung von Panik? Und wie gelingt es Polizisten, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn die Stadt um sie herum im Chaos versinkt?

Ausgangspunkt für diese Fragen ist im 83. Fall für Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) ein toter Kontrolleur in einem Münchner Linienbus. Der Täter ist schnell gefasst - und wird von einem Spezialeinsatzkommando erschossen. Doch was hatte er vor? Und handelte er wirklich allein? Oder hatte er einen Komplizen?

Die Beamten lassen sich zunehmend einfangen - und vereinnahmen - von der atemlosen Atmosphäre in der Stadt, auch bei den Ermittlern liegen die Nerven zusehends blank. Die große Angst des Einsatzleiters Walter Ohnsorg (Axel Pape): "Ich will hier kein zweites OEZ."

"Gefühl der Unsicherheit war beim Tatort-Schauen wieder da"

BR-Kollegin Eva Frisch fand den Tatort-Dreh sehr aufregend: "Wir ReporterInnen stehen ja öfter für die Rundschau oder die Tagesschau vor der Kamera. Aber an einem Film-Set zu sein, ist was ganz anderes." Auch sie hat 2016 rund um das OEZ-Attentat berichtet. Dieses Gefühl der Unsicherheit, ob vielleicht noch ein Attentäter unterwegs ist, "war beim Tatort-Schauen wieder da", berichtet die Journalistin.

"Dass wir BR-ReporterInnen uns selbst spielen durften, macht den Film richtig authentisch und gibt ihm viel Tempo." BR-Reporterin Eva Frisch

Als aufregend, aber auch sehr anstrengend empfand den Dreh BR-Reporterin Anna Tillack. Sie musste mit ihrem Kollegen Julian von Löwis eine Nachtschicht einlegen. "Der Drehtag, bzw. die Drehnacht, begann abends mit einem Frühstück, um Mitternacht war dann ein Mittagessen vorgesehen. So stand es auch im Produktionsplan, der uns sehr erheitert hat", berichtet sie.

Berichterstattung über OEZ-Attentat als Herausforderung

Die damalige Berichterstattung über das Attentat am Olympia-Einkaufszentrum sei für die Reporter eine besondere Herausforderung gewesen. Aufgrund der zahlreichen Gerüchte in den sozialen Medien, war es schwer, "Wahres von Falschem zu unterscheiden".

"Das schreckliche Ereignis hat ganz München erschüttert, dieses Gefühl macht natürlich auch vor einem Journalisten nicht halt." BR-Reporterin Anna Tillack

Im Tatort außerdem zu sehen: Polizeireporter Oliver Bendixen, Moderatorin Ursula Heller und Moderator Till Nassif.

Der Münchner Tatort "Unklare Lage" wird am 26. Januar 2020 um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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