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Kultur

Münchner Rabbiner: Gehe nicht mehr mit Kippa auf die Straße | BR24

© dpa/pa/Angelika Warmuth

Rabbiner Shmuel Aharon Brodman

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    Münchner Rabbiner: Gehe nicht mehr mit Kippa auf die Straße

    Ein Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde ist Anfang Juli in München antisemitisch angepöbelt worden. Seither fühlt er sich in der Stadt weniger sicher und hat Konsequenzen gezogen: Seine Kippa versteckt er im öffentlichen Raum unter einem Hut.

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    Nach einer antisemitischen Attacke auf den Rabbiner Shmuel Aharon Brodman in München fühlt sich dieser weniger sicher und versteckt seine Kippa. "Ich bin vorsichtiger geworden. Ich gehe nicht mehr offen mit meiner Kippa auf die Straße, sondern verstecke sie unter einem Hut oder einer Baseballmütze", so Brodman in der "Süddeutschen Zeitung". Wenn er mit seinem Sohn in der Stadt unterwegs sei, dann sprechen sie nicht mehr laut Hebräisch, wenn Leute sie hören könnten. "Das ist der Unterschied. Ich fühle mich sicher, aber nicht mehr so wie zuvor."

    Antisemitische Pöbeleien am Isartor

    Vier Männer hatten den Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern nach Angaben der Polizei am 9. Juli verfolgt, nachdem er mit einer Kippa bekleidet am Isartor aus einer Straßenbahn gestiegen war. Die Männer hätten dabei wiederholt abfällig über den Staat Israel gesprochen, nach Wahrnehmung von Brodman hätten sie miteinander Arabisch gesprochen. Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz in Deutschland forderte als Reaktion auf den Vorfall, den Dialog zwischen Juden und Muslimen weiter zu verstärken.

    Haben Zeugen nicht eingegriffen?

    Kritisch äußerte sich Brodman über die möglichen Zeugen des Vorfalls: "Haben sich Leute eingemischt? Die haben weggeguckt. Das war alles okay für sie. 'Fuck Israel', wurde mir ins Gesicht geschrien. Das hat niemanden interessiert", sagte er der Zeitung. Der "Bild"-Zeitung sagte er, er habe vor vielen Jahren Karate gelernt. "Aber vier gegen eins, das ist ein bisschen schwer."

    Spaenle und Aigner besorgt

    Bayerns Antisemitismusbeauftragter Spaenle forderte nach dem Vorfall "eine Kultur des Hinschauens und der Solidarität". Nur eine wache und solidarische Gesellschaft könne solche Übergriffe verhindern, so Spaenle.

    Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner zeigte sich besorgt: Jeder Mensch müsse in Bayern sicher und geborgen leben können. Jede Form von Antisemitismus sei verabscheuungswürdig – egal ob von rechts, von links, von Muslimen oder aus der Mitte der Mehrheitsgesellschaft, erklärte sie auf Twitter.

    Hoffnung auf bessere Zeiten

    Brodmann bleibt trotz aller Vorsicht, wenn er sich in der Stadt bewegt, aber optimistisch und lässt sich nicht einschüchtern. Von hier vertreiben lassen will er sich nicht:

    "Die wenigen, die wirklich Angst haben, gehen fort. Die anderen bleiben hier und halten an ihrem Optimismus fest. Das sind die meisten. Dazu zähle auch ich mich." Shmuel Aharon Brodman, Rabbiner

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