BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR/ Pirmin Breninek

Die Ausstellung "Stage diving" der Künstlerin Denise Ritter arbeitet mit Gegensätzen. Im Würzburger Museum im Kulturspeicher verbindet sie schwarz-weiße Plastiken mit sphärischen Klängen. Mal stammen diese aus dem Kohlestollen, mal vom Mozartfest.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Mozart trifft Steinkohle: Neue Klangausstellung in Würzburg

Die Ausstellung "Stage diving" der Künstlerin Denise Ritter arbeitet mit Gegensätzen. Im Würzburger Museum im Kulturspeicher verbindet sie schwarz-weiße Plastiken mit sphärischen Klängen. Mal stammen diese aus dem Kohlestollen, mal vom Mozartfest.

Per Mail sharen
Von
  • Pirmin Breninek

Auf den ersten Blick sind die Lautsprecher teils kaum zu erkennen. In zwei Räumen des Würzburger Museums im Kulturspeicher zeigt die Dortmunder Klangkünstlerin Denise Ritter ihre Installationen. Es handelt sich um Plastiken, die allesamt in schwarz, weiß oder Grautönen gehalten sind. Im Inneren der Figuren hat Denise Ritter Boxen verbaut. Daraus kommen elektronische Klänge. Ritter hat sie selbst aufgenommen und zusammengestellt.

Ausstellung im Kulturspeicher verbindet verschiedenste Klänge

"Stage diving" heißt die neue Ausstellung, die Ritter ab sofort in Würzburg präsentiert. Ein akustisches und visuelles Experiment, bei dem den Besuchern selbst eine tragende Rolle zukommt. Denn mit jedem Schritt durch die Räume verändert sich das Hörerlebnis: Eben hört man das Zirpen einer Grille, im nächsten Moment das Rattern einer Straßenbahn.

Es handelt sich um Arbeiten, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind. Denise Ritter nimmt ihr Aufnahmegerät an die verschiedensten Orte mit, um aus den Klangschnipseln ganze Stücke zu komponieren. Zum Beispiel war die Dortmunder Künstlerin unter Tage in einem Steinkohlestollen unterwegs. In Würzburg hören die Besucher nun einen Presslufthammer, der aus einem der dortigen Besuche stammt. Gleich danach erschallt ein Streichorchester, das kurz vor dem Auftritt seine Instrumente stimmt.

"Stage diving" verweist auf Kunst in der Pandemie

Das ist das Besondere an der aktuellen Ausstellung im Kulturspeicher: Denise Ritter versucht, Eindrücke aus der Stadt Würzburg einfließen zu lassen – anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Mozartfestes. Vor einem Jahr hat sie dafür mit ihrem Aufnahmegerät das Festival besucht, das damals nur in ausgedünnter Form stattfinden konnte. "Ich bin auch mit Festivalbesuchern ins Gespräch gekommen, die eben erzählt haben, wie es normalerweise stattfindet", sagt Denise Ritter.

Der Titel der Ausstellung "Stage diving" ist somit nicht zufällig gewählt. Er bezieht sich auch auf die Pandemiesituation und ihre Auswirkungen auf die Kunst. "Was uns seit über einem Jahr fehlt, ist die 'stage', die Bühne. Es gibt kein Publikum, schon gar nicht diesen physischen Kontakt", sagt Ritter. "Ich glaube das hört man der Installation an, die hat etwas sehr Melancholisches."

© BR/Pirmin Breninek
Bildrechte: BR/Pirmin Breninek

Im ersten Stock des Kulturspeichers treffen Nachrichten von der ISS auf Gemälde aus dem 19. Jahrhundert.

Installationen, wo sie der Besucher nicht erwartet

Neben den beiden raumfüllenden Installationen, gibt es noch zwei weitere Werke Ritters zu hören und zu sehen. Eines davon befindet sich im ersten Stock des Kulturspeichers, zwischen Gemälden aus dem 19. Jahrhundert. Aus einem weißen Ball ertönt viermal stündlich eine Komposition, in die Ritter Sprachnachrichten von der internationalen Raumstation ISS eingearbeitet hat. Das zweite Werk befindet sich außerhalb des Kulturspeichers: Aus einem Lastenkran am Alten Hafen ertönt ebenfalls eine Ton-Collage Ritters.

Die Ausstellung "Stage diving" im Museum im Kulturspeicher öffnet am 12. Juni und ist bis zum 22. August begehbar.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!