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Mit "Psycho" in die Saison: Nervenkitzel mit Rundfunkorchester | BR24

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Hollywoods Horror-Hits nach der Sommerpause: Mit der Filmmusik zu Alfred Hitchcocks Thriller und zum Science-Fiction-Klassiker "Fahrenheit 451" empfangen die BR-Musiker ihr Publikum im Münchner Prinzregententheater und hoffen auf viel Live-Energie.

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Mit "Psycho" in die Saison: Nervenkitzel mit Rundfunkorchester

Hollywoods Horror-Hits nach der Sommerpause: Mit der Filmmusik zu Alfred Hitchcocks Thriller und zum Science-Fiction-Klassiker "Fahrenheit 451" empfangen die BR-Musiker ihr Publikum im Münchner Prinzregententheater und hoffen auf viel Live-Energie.

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Aufreibende Zeiten mit täglich neuen Schreckens-Nachrichten aus aller Welt, da sind manche auch ganz ohne Filmmusik mit ihren Nerven am Ende, aber wer sich trotzdem mal wieder richtig gruseln will, der kommt im Münchner Prinzregententheater beim Saisonauftakt des BR-Rundfunkorchesters auf seine Kosten: "Kino für die Ohren" heißt das Programm, und zu den prominenten Komponisten gehört Bernard Herrmann, der Hitchcocks Horror-Klassiker "Psycho" so eindringlich vertonte, dass manch ein Zuschauer die kreischenden Violinen gar nicht mehr aus dem Kopf bekam.

Das wird eine schöne Sache!

Geiger und Orchester-Vorstand Florian Eutermoser wird also viel zu tun haben: "Das hätte man nicht besser aussuchen können, glaube ich. Ja, für uns ist das sehr spannend und wir freuen uns wahnsinnig, endlich wieder vor einem größerem Publikum spielen zu dürfen. Wir haben ja die Zeit genutzt und viele Aufnahmen gemacht, und jetzt, nach der langen Zeit mit wenig Publikum, ist es wie eine Art Erlösung. Wir freuen uns wahnsinnig und sind auch gespannt, wie das Publikum reagieren wird. Ich denke mal, das wird eine schöne Sache!"

© United Archives/Picture Alliance

Fahrenheit 451: Musik von Bernard Herrmann

Schön gruselig wird´s auf jeden Fall, das ganze legendäre Hollywood-Musikleben ist am Start, mit Werken von John Williams, Max Steiner und Philip Glass, aber auch von Erich Wolfgang Korngold, dem einstigen "Wunderkind" der Filmmusik. Damit das vom jungen österreichischen Dirigenten Patrick Hahn geleitete Konzert selbst nicht zum Alptraum wird, setzt das Rundfunkorchester auf ein sorgfältiges Hygiene-Konzept. So gibt es zum Beispiel durchaus überraschende und beruhigende Erkenntnisse, was die viel diskutierten Blechbläser betrifft. Orchester-Vorstand Ingo Nawra: "Es gab dann relativ schnell viele Untersuchungen dazu auf wissenschaftlicher Ebene, die zu dem erstaunlichen Ergebnis geführt haben, dass aus den Blasinstrumenten wesentlich weniger Luft und Aerosole herauskommen als man bisher angenommen hatte, da ja durch die Technik der Tonerzeugung die Luftsäule in Schwingungen gebracht wird, aber nicht die Luft selbst sich bewegt. Also die Luftpartikel bleiben sozusagen an Ort und Stelle und schwingen."

Bayern-Tour fiel komplett aus

Auch das Rundfunkorchester hat seit März natürlich harte Zeiten hinter sich, Auftritte vor Publikum waren gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, und reisen konnten die Musiker auch nicht. "Wir hatten eine sehr schöne Bayern-Tour geplant", so Ingo Nawra, "mit der wir versuchen wollten, in die Breite zu gehen, dass nicht alles in München stattfindet, sondern dass wir das Publikum im ganzen Freistaat erreichen, eben gerade auch live vor Ort. Diese Tournee ist leider komplett geplatzt, das war ziemlich am Anfang der Corona-Krise, da konnten wir nichts retten. Wie es nächstes Jahr weitergeht, das hängt halt sehr viel von den örtlichen Veranstaltern ab."

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Dirigent Patrick Hahn

Die Agenturen nämlich müssen erst mal wieder die Zuversicht haben, nicht auf ihren Kosten sitzen zu bleiben, sondern mit Konzerten im besten Falle Geld zu verdienen. Wann das sein wird, ist völlig offen. Kontrabassist Ingo Nawra ist jedenfalls überzeugt: Live spielt jedes Orchester engagierter, leidenschaftlicher, energiegeladener als bei reinen Aufzeichnungen: "Wir sind ein Orchester, das über viele Jahrzehnte sehr viel im Studio gesessen ist und eben für ein theoretisches Publikum gespielt hat, von dem man wusste, es wird irgendwann zuhören, sich die Aufzeichnung anhören. Aber tatsächlich gelingen die besten Aufnahmen, wenn man live spielt vor Publikum. Das ist unsere Erfahrung, dass einfach die Tatsache, dass man in einem Raum spielt, der erfüllt ist von Publikum, von der Energie von vielen Menschen, einen selbst dazu bringt, bessere Leistungen abzurufen."

"Hoffentlich geht die Schule weiter"

Ängste vor der Pandemie hat das Orchester übrigens nicht, wohl aber Sorgen, was die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen angeht. Florian Eutermoser: "Es war keine leichte Zeit. Ich habe zwei Kinder mit Home-Schooling und allem drum und dran. Das war schon nicht einfach, die Vorstandstätigkeit und alles andere unter einen Hut zu bekommen. Es ist uns bis jetzt gelungen. Hoffentlich geht die Schule weiter, kann ich nur sagen. Ich glaube, das betrifft irgendwie alle."

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