BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Mit Krimis zum Erfolg: Petros Markaris wird heute 80 | BR24

Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mit Krimis zum Erfolg: Petros Markaris wird heute 80

Ein Grieche, der in Istanbul Matura machte, „Faust“ übersetzte und seit 20 Jahren Kommissar Charitos durch Athen schickt. Zu seinem 80. Geburtstag schenkt Petros Markaris seinen Lesern nun neue Erzählungen. Von Cornelia Zetzsche

Per Mail sharen
„Als ich noch Drehbücher fürs Fernsehen schrieb, kam Charitos eines schönen Tages mit Familie und Kind zu mir in meiner Fantasie, eine typische griechische Kleinbürgerfamilie. Meine Reaktion war wütend. Ich sagte, jetzt habe ich so viel über Kleinbürger geschrieben, jetzt reicht’s mir. Aber der war so stur, jeden Morgen war er da.“

Seit 20 Jahren ermittelt Kommissar Charitos in Athen mit dem kritischen Blick seines Autors: Er sieht Armut, Korruption und politisches Versagen und ist Erfolgsgarant für Petros Markaris, der erst mit 57 Jahren zum Schreiben fand.

Zu 90% von deutscher Kultur geprägt

Dass Markaris so gut Deutsch spricht, Goethe, Brecht und andere übersetzte, ist dem Vater zuzuschreiben, der ihn als Kind in Istanbul auf das österreichische St. Georg-Kolleg schickte, weil er im Deutschen die Zukunft der Wirtschaft und im Sohn den Erben seiner Firma sah.

Weltbürger und Europäer

Petros Markaris lebt in Athen, ist aber in Istanbul als Sohn griechischer Eltern geboren. Um die Griechen in Istanbul geht es auch im neuen Erzählband: „Der Tod des Odysseus“. Odysseus, ein Bettenhändler, kam mit dem „Bus der Tränen“ aus Istanbul nach Athen, mit der Ausweisung der Griechen 1964. Die „Drei Tage“ des Tuchhändlers Vassili erzählen eindringlich vom Pogrom gegen Istanbuler Griechen 1955. Nun, wo Juden, Armenier, Griechen vertrieben sind, wende sich die türkische Regierung gegen die eigenen Leute und eliminiere die Opposition, sagt Markaris.

Es kann nicht sein, dass die Welt das toleriert! Wir haben das Problem in der Türkei, weil Europa das Flüchtlingsproblem nicht lösen will!