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Strenger Blick in die Runde: Team der "Orion"

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    Mission Klimaschutz: Raumpatrouille Orion bald wieder im Einsatz

    Die Fans des Unterwasser-"Starlight-Casinos" dürfen sich freuen: Die Bavaria-Film will die legendäre "Orion"-TV-Serie aus den Sechzigern neu verfilmen, diesmal soll es um den Klimawandel und Umweltschutz gehen, und der Meeresboden ist bewohnbar.

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    Von
    • Peter Jungblut

    Es darf wieder geträumt werden von den kosmischen Weiten. Wie das amerikanische Branchenblatt "Variety" berichtete, planen die Bavaria-Film und die Firma "Unchartered Territory", die in Los Angeles und Nürnberg beheimatet ist, gemeinsam eine Fortsetzung der "Raumpatrouille Orion", einer bis heute unvergessenen Science-Fiction-Serie aus dem Jahr 1966. Damals liefen gerade mal sieben jeweils einstündige Folgen mit Dietmar Schönherr in der Hauptrolle des Major Cliff Allister McLane und Eva Pflug als Sicherheitsoffizierin Tamara Jagellovsk – die Ostpolitik und die Überwindung des Kalten Kriegs wurde damals also schon vorweg genommen.

    Kämpfen gegen den Meeresspiegel

    Das neue Konzept stammt von Oscar-Preisträger Volker Engel (Visuelle Effekte für "Independence Day", 1997) und dessen Frau Gesa. Beide arbeiten seit langem in Hollywood als Experten für Spezialeffekte und leiten ihre Firma gemeinsam mit der Juristin und Werbefilmerin Lucia Scharbatke. In der Neuauflage von "Orion" soll es vor allem um den Umweltschutz gehen, wenngleich versprochen wird, dass coole Gags der historischen Serie wieder zu sehen sein werden, wie eben die berühmte Unterwasser-Disco, wo bizarre Tänze mit hinter dem Kopf verschränkten Armen aufgeführt wurden.

    Die älter gewordene Crew des Raumschiffs, darunter eine Kampfpilotin aus einer Flüchtlingsfamilie und der Enkel von Major McLane, müssen die Klimakatastrophe in den Griff bekommen – und sich selbst natürlich auch. "Wir werden das Thema des erhöhten Meeresspiegels aus der Original-Serie weiterspinnen", so Volker Engel gegenüber "Variety", "und die tatsächlichen Auswirkungen des Klimawandels zeigen." Es sei zu hoffen, so Engel mit ironischem Unterton, dass das Ganze Science-Fiction bleibe.

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    Raumschiff gegen Klimawandel: Orion im Einsatz

    Als Set-Designer für die Bauten wurde Oliver Scholl verpflichtet, der ein Fan der Kult-Serie sein soll. Der Ausstatter war bereits mit so renommierten Projekten wie "Suicide Squad", "Spider-Man" und "Edge of Tomorrow" befasst.

    Zeitgleicher Start mit der "Enterprise"

    Nach Auffassung von Volker Engel reflektierte die historische Serie die gesellschaftliche und politische Lage der Sechziger, was die Kenner von "Orion" bestätigen werden. Immerhin drehte sich in einer Folge ("Der Kampf um die Sonne") alles um den Planeten "Chroma", auf dem die Frauen regieren, was 1966 noch Unterhaltungswert hatte: "Die Mischung aus Spannung, Relevanz und Eskapismus, erzählt über Figuren, mit denen wir emotional in Verbindung stehen, ist unser Hauptzugang zur Serie – und es ist der Schlüssel zu guter Science-Fiction."

    Ein Blick auf die Reverenzen von Volker Engel und seinem Team lässt großes optisches Rambazamba erwarten. So haben sie "Godzilla"-Erfahrung, Uli Edels TV-Saga "Die Nibelungen" mit einem beeindruckenden Drachen aufgehübscht und Katastrophenfilm-Knowhow ("White House Down", "Coronado").

    Übrigens lief "Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion" erstmals am 17. September 1966 im Ersten, fast genau eine Woche nach dem Start von "Raumschiff Enterprise" am 8. September 1966 beim amerikanischen Sender NBC. Die beiden Science-Fiction-Formate sind also in jeder Hinsicht wesensverwandt und künden vom Aufbruchsgeist der Menschheit – kurz vor der Mondlandung im Juli 1969!

    Zu den weiteren aktuellen Projekten von "Chartered Territory" gehören nach den Angaben auf der Firmen-Homepage vor allem Verfilmungen nach Kinderbüchern der Erfolgsautorin Cornelia Funke, wie "Igraine Ohnefurcht", "Geisterritter" und "Die Wilden Hühner". Außerdem sind zwei deutschsprachige TV-Serien mit den Arbeitstiteln "Transatlantik" und "Der Wall" in Arbeit.

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