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Kultur

Mindestgage für Schauspieler wird auf 1.850 Euro erhöht | BR24

© dpa

Geld für Schauspieler

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    Mindestgage für Schauspieler wird auf 1.850 Euro erhöht

    Es wird derzeit heftig debattiert über die Spitzen-Gehälter der Theaterintendanten. Der neue Berliner Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) will sie sogar öffentlich machen. Unterdessen erhöhte der Bühnenverein die Mindest-Gagen. Von Peter Jungblut.

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    Die Zahl der Schauspieler, Sänger und Tänzer mit Burnout-Problemen häuft sich: Immer mehr Künstler halten dem Druck nicht stand, tagsüber intensiv zu proben und abends aufzutreten - bei meist sehr bescheidenen Gehältern. Jetzt teilte der Deutsche Bühnenverein in Köln mit, die bisherige Mindest-Gage für fest angestellte Schauspieler, die an öffentlichen Theatern beschäftigt sind, von bisher 1.765 auf künftig 1.850 Euro zu erhöhen (ab 1. Januar 2017). Das soll auch für andere "solistisch tätige" Personen gelten, also Souffleure, Dramaturgen und Regie-Assistenten. Allerdings wurde keine Arbeitszeit festgelegt. In der Regel dauern die Arbeitstage am Theater sehr viel länger als bei Bürotätigkeiten. Bei den 1.850 Euro handle es sich um die "absolute Untergrenze", betonte der Bühnenverein. Die meisten Betroffenen erhielten "deutlich" mehr.

    Unsichere Arbeitsplätze

    Am Theater ist es üblich, dass Solisten nur Jahresverträge haben. Sie können zu jedem Spielzeitende gekündigt werden. Wechselt der Intendant, müssen sie ihrem bisherigen Chef meist entweder an dessen neuen Beschäftigungsort folgen oder sich eine neue Aufgabe suchen. Geht ein Intendant in den Ruhestand, verschärft sich die Situation, worauf Claus Peymann, der Chef am Berliner Ensemble, kürzlich lautstark hinwies. Nicht festangestellte Gäste am Theater handeln ihre Gagen pro Auftritt aus und müssen einen erheblichen Anteil ihrer Einnahmen an Künstleragenturen abgeben.

    Stardirigenten verdienen am meisten

    Derzeit überlegt der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (LINKE), alle Spitzengehälter im Kulturbereich zu veröffentlichen, wogegen es zahlreiche Widerstände gibt. Der designierte und sehr umstrittene Intendant der Berliner Volksbühne, Chris Dercon, sagte allerdings in einem Interview, der Senat könne sein Jahres-Gehalt gern publik machen - es sei jedenfalls niedriger als die kolportierten 250.000 Euro. Berndt Schmidt, der Chef des Revuetheaters Friedrichstadtpalasts verdient ausweislich der Veröffentlichungen des Berliner Finanzsenators 344.000 Euro, HAU-Chefin Annemie Vanackere liegt bei 100.000 Euro. Irgendwo dazwischen dürften alle anderen Intendanten-Bezüge liegen. Deutlich darüber liegen die Einnahmen von Stardirigenten wie Daniel Barenboim und Christian Thielemann, die ihre Festgehälter mit Gastauftritten, Tourneen und CD-Einspielungen erheblich steigern können.