Bild

Buchcover Michael Lüders, "Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte"
© C.H.Beck

Autoren

Beate Meierfrankenfeld
© C.H.Beck

Buchcover Michael Lüders, "Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte"

Michael Lüders

Michael Lüders

Eskalation und Internationalisierung des Krieges in Syrien sind ohne die Beteiligung des Westens nicht zu verstehen, so lautet die These im neuen Buch von Michael Lüders mit dem Titel "Die den Sturm ernten". Die USA und ihre Verbündeten verfolgten schon lange eigene geopolitische Ziele in der Region, und sie belieferten zu Beginn der Revolte ausgerechnet Dschihadisten mit Waffen - mit dem Ziel, Assad zu stürzen. Das Erstarken dschihadistischer Milizen ist nicht nur in Syrien die Folge einer Politik des Regimewechsels von außen, die der Westen und vor allem die USA schon seit Längerem betreiben.

"Regime change ist das moderne Gesicht des klassischen Staatsstreiches. Auf dem Gebiet macht den USA niemand etwas vor." Michael Lüders

Verfehlte Interventionspolitik

In seinem neuen Buch untersucht Michael Lüders, Islamwissenschaftler, Politologe und langjähriger Nahost-Korrespondent der ZEIT, auch die weiter ausgreifende Vorgeschichte der gegenwärtigen Situation. Dazu gehören amerikanische Putschversuche in Syrien aus den Jahren 1940er- und 1950er-Jahren, die fehlschlugen und dazu beitrugen, dass sich Damaskus der Sowjetunion zuwandte. Fernwirkungen dieser Konstellation sind bis heute spürbar.

Die verfehlte Interventionspolitik des Westens im Namen eigener geostrategischer Interessen kann die Geister, die sie gerufen hat, längst nicht mehr bändigen. Die Hintergründe dieses verhängnisvollen Zusammenhangs klärt Michael Lüders in seinem Buch auf.

Michael Lüders, "Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte", 175 Seiten, Verlag C.H. Beck, 14,95 Euro