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Meg Rosoff erhält den Astrid-Lindgren-Preis | BR24

© dpa/picture-alliance

Preisgekrönte Jugendbuchautorin: Meg Rosoff

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    Meg Rosoff erhält den Astrid-Lindgren-Preis

    In Stockholm wurde gestern Abend der Astrid-Lindgren-Preis verliehen. Er gilt als eine Art "Nobelpreis für Jugendliteratur". Mit Meg Rosoff, die in England lebt, wurde eine eher provokative Autorin ausgezeichnet. Von Jens Peter Marquardt.

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    Meg Rosoff ist in Boston aufgewachsen, in einer jüdischen Familie, als Tochter eines Arztes. Sie erlebte die ganz normale Kindheit in einer amerikanischen Mittelschichtfamilie, und war - typisch Mädchen - verrückt nach Tieren. Sie ging nach England und entdeckte Swinging London, studierte Bildhauerei und landete schließlich in der Werbebranche:

    "Es war von Anfang ein Desaster. Ich war eine komplette Versagerin in der Werbung, obwohl ich jedes Mal, wenn ich gefeuert wurde, was ziemlich häufig geschah, im neuen Job besser bezahlt wurde. Aber: Die Arbeit in der Werbebranche hat am Ende eine ziemlich positive Wirkung auf meine literarische Tätigkeit gehabt. Ich lernte, mit wenigen Worten viel zu erzählen und den Leser zu fesseln."

    Vielfach preisgekrönte Autorin

    Als 2004 ihr erstes Buch "So lebe ich jetzt" erschien, stieg Meg Rosoff endgültig aus der Werbebranche aus, die sie hasste. Als sie für ihr Debüt im gleichen Jahr den renommierten Guardian-Preis für Kinderliteratur bekam, kämpfte sie mit einer Brustkrebserkrankung und überlebte. Sie schrieb sechs weitere Bücher, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden. Sie sammelte weitere Auszeichnungen, in Deutschland zum Beispiel den Luchs und den Deutschen Jugendliteraturpreis.

    Ihre Jugendbücher testen immer wieder Grenzen aus, in "So lebe ich jetzt" zum Beispiel die sexuelle Beziehung zwischen Cousin und Cousine. Und dass der 15-Jährige in dieser Geschichte auch noch Kettenraucher ist, kam ebenfalls nicht überall gut an. Vielleicht auch deswegen ist sie eine würdige Astrid-Lindgren-Preisträgerin.