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Medien-Startup "Chequeado" aus Argentinien | BR24

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Desinformation in social media braucht Fact-checking - nicht nur bei uns. "Chequeado" ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Buenos Aires, die Fakten überprüft. Ein Startup, das schon neun Jahre am argentinischen Markt überstanden hat.

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Medien-Startup "Chequeado" aus Argentinien

Desinformation in Social Media braucht Fact-checking – nicht nur bei uns. "Chequeado" ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Buenos Aires, die Fakten überprüft. Ein Startup, das schon neun Jahre am argentinischen Markt überstanden hat.

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Das Startup Chequeado in Buenos Aires publiziert ausschließlich online und hat inzwischen mehr als 20 Mitarbeiter. Eine der Aufgaben ist die Verifizierung von Social-Media-Einträgen – denn die argentinische Regierung schönt schon mal Statistiken.

Aktiv ist das kleine Unternehmen in drei Bereichen: Medien, Bildung und Innovation. So wurde zum Beispiel 2014 das Programm "Education One" ins Leben gerufen, bei dem es darum geht, Journalisten und Teenagern kritisches Denken beizubringen. Während Journalisten vor allem Tools an die Hand gegeben werden, wie sie Fakten sinnvoll überprüfen können, arbeitet man bei Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren mit eigens für sie konzipierten Simulationsmodellen.

Schwierige Finanzierung

Das Geschäftsmodell besteht aus vier Einnahmequellen. Erstens: Kooperationen mit Botschaften, Stiftungen und Firmen. Zweitens: Kolumnen in Radio- und TV-Shows. Drittens: Seminare für andere Medienorganisationen zum Thema Fact-checking. Und viertens, individuelle Spenden. Künftig soll auch eine Software Geld in die Kasse spülen, die Fakten automatisiert prüft.

Für Demokratie und Meinungsfreiheit

"Chequeados Mission ist es, die Qualität der öffentlichen Debatte zu verbessern. Wir sehen uns als Watchdog und sagen den Politikern: Wir beobachten genau, was sie machen und stellen alles, was sie sagen, in Frage." Lucia Martinez, Reporterin bei Chequeado

Das Thema Presse- und Meinungsfreiheit spielt eine zunehmend größere Rolle. Zwar müssen argentinische Journalisten nicht um ihr Leben bangen wie in anderen lateinamerikanischen Ländern, aber ihre Arbeit wird durch Druck von außen nicht gerade leichter.

Ende Oktober wird in Argentinien ein neuer Präsident - oder eine neue Präsidentin - gewählt. Dafür wird "Chequeado" mit 100 Medienhäusern im ganzen Land kooperieren. Dabei gilt auch hier das oberste Ziel: Den öffentlichen Diskurs durch Fakten zu bestimmen - und nicht durch Meinungen oder Gerüchte.