Eine Max-Reger-Büste erinnert in Brand heute an den berühmtesten Sohn der Gemeinde.
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Eine Max-Reger-Büste erinnert in Brand heute an den berühmtesten Sohn der Gemeinde.

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Max Reger in der Oberpfalz: Getrieben, unverstanden, maßlos

Geboren in Brand im Kreis Tirschenreuth, aufgewachsen in Weiden: Max Reger ist durch seine Oberpfälzer Heimat tief geprägt. Sein 150. Geburtstag wird in der Region besonders gefeiert. Aber auch hier gibt es Vorurteile gegen den Spätromantiker.

Über dieses Thema berichtet: regionalZeit - Südbayern am .

Max Reger war ein Oberpfälzer Komponist. Für Franz Josef Stoiber, den Domorganisten von Regensburg, ist das keine Frage. Seine Herkunft ist im Werk des Spätromantikers Reger immer wieder herauszuhören:

"Wir sind ja auch sehr vom Gefühl geprägt in der Oberpfalz. Deswegen ist das eine typische Musik der Region – manchmal ein bisschen derb, aber eben auch bodenständig." Franz Josef Stoiber, Domorganist, über Max Reger

Vor 150 Jahren ist Max Reger als Sohn eines Schullehrers in der kleinen Gemeinde Brand auf die Welt gekommen. Sein Geburtstag am Sonntag (19. März) ist der Auftakt für das Max-Reger-Jahr. An vielen Orten in der Oberpfalz wird des großen Komponisten gedacht, mit Konzerten, Ausstellungen und Festivals.

Seit fast 25 Jahren gibt es in Weiden die Max-Reger-Tage. Hier ist der Komponist aufgewachsen, hier entstanden die wichtigsten seiner Orgelwerke. Für Petra Vorsatz, die Weidener Kulturamtschefin, ist die Pflege und Bewahrung des Werkes von Max Reger eine Verpflichtung.

Kampf gegen Vorurteile

Zwar ist Regers Bedeutung für die Musikgeschichte unbestritten. Gleichwohl gilt seine Musik gilt heute gemeinhin als sperrig und schwer zugänglich. Eher selten kommen Regers Kompositionen deshalb heute noch zur Aufführung. Zum Bedauern von Petra Vorsatz:

"Ich bin immer traurig über das Klischee: Reger hat nur schwere Orgelmusik geschrieben, die sich kein Mensch anhören kann. Das macht mich wirklich unglücklich." Petra Vorsatz, Leiterin der Max-Reger-Tage in Weiden.

Mit den Max-Reger-Tagen, die heuer mit einem Geburtstagkonzert offiziell gestartet werden, will Vorsatz gegen solche Vorurteile ankämpfen. Dazu gehört nicht nur ein Konzertprogramm, das auch die Regers Lieder und sein kammermusikalisches Werk präsentiert. in Weiden finden zudem regelmäßig Meisterkurse für Nachwuchsmusiker aus aller Welt statt, um auch bei jungen Musikern das Interesse am vermeintlich schwierigen Reger zu wecken.

Ein Leben in Maßlosigkeit

Max Reger führte ein Leben in Maßlosigkeit. So wie er im Rausch komponierte, so gab er sich auch im Leben seinen Süchten hin: Er aß, trank und rauchte mehr, als gesund für ihn war. Dazu kam ein rastloses Leben mit endlosen Konzertreisen. Die Ruhelosigkeit ist seinem Werk anzuhören, sagt Domorganist Stoiber:

"Da ist er dann übers Ziel hinausgeschossen, auch für die Musiker. Es wirkt manchmal halt doch überladen. Deswegen ist er so schwer verständlich. Es gab natürlich immer schon Reger-Fans. Aber deswegen war es für ihn nie leicht, sich durchzusetzen." Franz Josef Stoiber, Domorganist

Konzerte zum Auftakt des Max-Reger-Jahres

Wie auch immer: Organist Franz Josef Stoiber wollte Regers Geburtstag am Sonntag standesgemäß begehen: Mit einem Konzert in der Herz-Jesu-Pfarrkirche in Regers Geburtsort Brand.

Auch in Weiden wird das „Max-Reger-Jahr“ mit einem Jubiläumskonzert offiziell eröffnet. Das Chorwerk Ruhr tritt unter der Leitung von Zoltán Pad in der Max-Reger-Halle auf.

In Amberg wird Max Reger am Sonntag ebenfalls gedacht. Ein Liederkonzert im Amberger Stadttheater (16 Uhr) gestalten die Bayreuther Mezzosopranistin Nicole Glamsch und der Pianist Philipp Heiß.

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