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Matthias Horx über die Zukunft von Liebe, Sex und Familie | BR24

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Matthias Horx über die Zukunft von Liebe, Sex und Familie

Matthias Horx (62) versucht in seinem neuen Buch zu ergründen, ob unsere Gesellschaft angesichts der fortschreitenden Digitalisierung - Dating-Apps wie Tinder, Sexroboter, Teledildonik - ihre Liebesfähigkeit verlieren könnte. Von Knut Cordsen

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© DVA/Random House
Bildrechte: DVA/Random House

Cover des besprochenen Buches

Was gerade so „trendet“ in der Gesellschaft, etwa in Sachen Liebe, Sex und Familie, kann niemand besser sagen als ein professioneller Prognose-Unternehmer, vulgo: Trendforscher. Als solcher firmiert Matthias Horx seit Jahr und Tag. Er leitet „Das Zukunftsinstitut“ in Frankfurt am Main und hat gerade ein Buch über die Zukunft der Liebe veröffentlicht: „Future Love. Die Zukunft von Liebe, Sex und Familie“.

Urban Divas

In unserer Gegenwart erkennt Horx in den Metropolen einen neuen Typus Frau: „Urban Divas“, gleichsam die fleischgewordene Version der Wiener Fernsehserie „Vorstadtweiber“: sexuell und finanziell unabhängig, nicht auf dauerhafte Bindung aus, "Protuberanzen der individualistischen Moderne". Eher ein Horrorszenario der Liebeszukunft malte Spike Jonzes Film „Her“ (2013) aus, in dem sich ein Mann in eine weibliche Computerstimme verliebt, hinter der keine reale Person steht. Für Horx ein Beispiel für die „techno-erotische Transformation“, zu der genauso high-end-humanoide, nahezu produktreife Sexroboter zählen, die schon längst im Silicon Valley entwickelt werden und Namen wie "Harmony" tragen.

Renaissance des Liebesbriefs?

„LoveWriting“ wird in den 2030er Jahren in Mode kommen, prognostiziert Horx. Allerdings ist das nicht die Renaissance des romantischen Liebesbriefs. Es handelt sich eher um nüchterne Partnerpost, in der man "Bindungskontrakte" ständig neu ausverhandelt.„Die Kunst des Liebens“, das wusste schon Erich Fromm, ist keine leichte - gerade in Zeiten der durch die digitale Revolution verursachten Disruption.