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Mariä Himmelfahrt: Was wird heute gefeiert? | BR24

© picture alliance / Andreas Gebert/dpa

Mädchen mit Kräuterbuschen bei einer Prozession an Mariä Himmelfahrt 2017 in Kochel am See

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Mariä Himmelfahrt: Was wird heute gefeiert?

Der 15. August heißt im Volksmund auch "Büschelfrauentag" oder "Unser Frauen Würzweih". Sieben bis 77 Kräuter spielen an Mariä Himmelfahrt eine ganz besondere Rolle, auch um Unheil abzuwehren.

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Für katholische Gläubige ist heute Mariä Himmelfahrt. Das kirchliche Hochfest erinnert an die Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel. Der Legende nach sollen die Apostel nach Marias Tod das Grab leer, aber mit Blumen geschmückt vorgefunden haben. Sie sahen das als Zeichen dafür, dass Jesus seine Mutter als ersten Mensch zu sich in den Himmel geholt, also aufgenommen haben musste.

Vor allem für die Marienwallfahrtsorte im Freistaat, darunter Maria Ehrenberg in der Rhön, die Frauenbergkappelle in Eichstätt oder Maria Ramersdorf in München und die Gnadenkapelle in Altötting, ist der 15. August damit ein ganz besonderer Tag, an dem die Gläubigen an Prozessionen teilnehmen und zahlreiche Bräuche pflegen.

Kräuterbuschen sollen Unheil abwenden

Nicht umsonst ist Mariä Himmelfahrt auch als "Büschelfrauentag" oder "Unser Frauen Würzweih" bekannt. Überall in Bayern werden sogenannte Kräuterbuschen gebunden, das sind Sträuße mit Heilkräutern und Blumen, die Katholiken mit der Mutter Gottes in Verbindung bringen. Dazu gehören unter anderem Königskerze, Akelei, Johanniskraut, Schafgarbe und Beifuß. Viele der verwendeten Kräuter sollen vor allem gegen spezielle Frauenleiden helfen. Aber auch Gänseblümchen und Veilchen sind dabei, zwei Pflanzen, die für Demut stehen. Mindestens sieben verschiedene Sorten sollen es sein, höchstens aber 77.

Früher haben die Menschen diese Kräuterbuschen nach der Segnung in der Kirche, daheim im sogenannten Herrgottswinkel oder auf dem Dachboden aufgehängt. Wenn Unheil drohte, etwa bei Krankheit oder bei Gewitter, wurden sie verbrannt. Und damit auch das Vieh gesund blieb, wurden ihm Kräuter aus den Buschen unters Futter gemischt.

Vier Wochen Kräutersammeln

Mit Mariä Himmelfahrt beginnt auch der sogenannte "Frauendreißiger": Ab dem 15. August finden dreißig Tage lang - also bis Mitte September - in vielen Pfarreien Marienandachten, Wallfahrten und Rosenkranzgebete statt. Der Volksglaube besagt, dass der Frauendreißiger besonders günstig zum Kräutersammeln ist. Noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten Bäuerinnen diese Zeit, um sich für Herbst und Winter mit Heilpflanzen einzudecken.

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Mädchen beim Binden eines Kräuterstraußes