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Mariä Empfängnis: Kinderlos und glücklich | BR24

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Sarah Diehl: "Egal was man macht, es ist immer falsch."

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Mariä Empfängnis: Kinderlos und glücklich

Heute erinnert die katholische Kirche daran, dass die Eltern der Gottesmutter lange Jahre darauf warten mussten, bis Anna mit Maria schwanger war. Doch muss frau wirklich schwanger werden, um glücklich zu sein? Sarah Diehl ist da anderer Meinung.

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Freiwillig kinderlos – so richtig ist dieses Lebensmodell noch nicht in unserer Gesellschaft angekommen. Vor allem frau muss sich da oft rechtfertigen – im Gegensatz zum kinderlosen Mann.

"Gerade in Deutschland ist das Mutterideal schon damit verknüpft, dass man seine eigenen Bedürfnisse immer zurückstellt und immer eher für andere da sein soll – und egal wie man es macht, es ist immer falsch. Entweder sind Sie zu viel Mutter, zu fürsorglich oder nicht fürsorglich, fördern das Kind zu viel, oder zu wenig", sagt Sarah Diehl, Ende dreißig, kinderlos und Autorin des Bestsellers "Die Uhr, die nicht tickt."

Sie hat mit Frauen gesprochen, die sich bewusst gegen eigene Kinder entschieden haben – um der klassischen Mutterrolle zu entgehen, um unabhängig zu bleiben oder weil sie schlicht keinen Kinderwunsch hatten.

Die Reaktionen des Umfelds – schwierig

Seit 2015, seit der #regrettingmotherhood-Debatte, dürfte klar sein, dass man auch Kinderkriegen bereuen kann. "Ich finde das eigentlich sehr schade, dass man nicht akzeptiert, dass es verschiedene Konzepte des Lebens gibt und dass man das nicht immer so gegeneinander aufrechnet, dass man halt nicht denkt: Nur mein Konzept muss richtig sein, weil ich es halt lebe, und deswegen muss alles andere abgewertet werden", meint Sarah Diehl.

Gründe gegen Kinder: Die wachsende Weltbevölkerung

Die Verdopplung der Weltbevölkerung in den vergangenen fünfzig Jahren, auch das ein Grund für manche, kinderlos zu bleiben. Der Club of Rome, ein Zusammenschluss diverser Experten, die sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen, fordert sogar eine Prämie von 80.000 Dollar für kinderlose Frauen, auszuzahlen am 50. Geburtstag. 

Ein weiterer Grund: Der Klimaschutz

 Ein schwedisch-kanadisches Forscherteam hat kürzlich errechnet: Auf ein Kind zu verzichten spart knapp 60 Tonnen Kohlendioxid im Jahr - ohne Auto leben nur 2,4 und Recyceln sogar weniger als 0,2 Tonnen jährlich.

Antinatalismus

"Von 1.000 Geborenen kommt nur einer halbwegs erträglich durchs Leben, die anderen werden Rheuma und Gicht haben. Sie werden die falsche Frau und den falschen Mann bekommen. Keine Wohnung, aber viele Schmerzen haben. Man wird sie in den Krieg hetzen oder sonst wie erschießen und foltern."

Worte des bekannten Kinderbuchautoren Janosch. Der Vater der Tigerente ist kinderlos und Antinatalist: Ein Mensch, der kommende Generationen vor dem Leid der Welt schützen will, indem er dafür sorgt, dass sie erst gar nicht geboren werden.

Ob persönliche Umstände, die Umweltbilanz oder Antinatalismus – Den Entschluss für oder gegen ein Kind muss jede(r) Einzelne für sich alleine treffen – entscheidend dabei ist, das Ziel glücklich zu sein.

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radioWelt

Von
  • Alexandra Späth
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