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Streik-Schild in der Kirche
© picture alliance / Horst Ossinger / blickwinkel / Bearbeitung: BR

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Streik-Schild in der Kirche

Die Aktion richtet sich gegen die Ausgrenzung von Frauen in der katholischen Kirche und den Missbrauchsskandal. Vom 11. bis 18. Mai 2019 will die Frauen-Gruppe "Maria 2.0" aus Münster in einen "Kirchenstreik" treten, den Gottesdiensten fern bleiben und kirchliche Dienste ruhen lassen. "Wir alle wissen, wie leer dann die Kirchen sein werden und wie viel Arbeit unerledigt bleiben wird. Wir bleiben draußen! Wir feiern die Gottesdienste auf den Kirchplätzen, vor den Kirchentüren", heißt es in einem offenen Brief der Aktivistinnen an Papst Franziskus, der auf der Facebook-Seite der Gruppe veröffentlicht wurde.

Wir bleiben draußen - für Gleichberechtigung und gegen Missbrauch

Die Gruppe "Maria 2.0", die alle Frauen dazu aufruft, an der Aktion teil zu nehmen, hat klare Forderungen an den Papst: "Kein Amt mehr für diejenigen, die andere geschändet haben an Leib und Seele oder diese Taten ge­duldet oder vertuscht haben" - Missbrauchstäter sollen selbstverständlich an weltliche Gerichte überstellt werden. Und sie fordern, dass Frauen einen Zugang zu allen Ämtern - auch dem des Priesters - in der Kirche bekommen sollen, eine Aufhebung des Pflichtzölibats und eine Anpassung der kirchlichen Sexualmoral "an der Lebenswirklichkeit der Menschen."

"Frauenlob wird gerne von Kirchenmännern gesungen, die aber allein bestimmen, wo Frauen ihre Talente in der Kirche einbringen dürfen. In ihrer Mitte dulden sie nur eine Frau: Maria. Auf ihrem Sockel. Da steht sie. Und darf nur schweigen. Holen wir sie vom Sockel! In unsere Mitte. Als Schwester, die in die gleiche Richtung schaut, wie wir." Aus dem offenen Brief von "Maria 2.0" an Papst Franziskus

Laut dem Internetportal der Katholischen Kirche in Deutschland, katholisch.de, hat die Frauen-Gruppe derzeit 15 Mitglieder und ist aus einem Lesekreis entstanden. Der Kirchenstreik sei laut der Gruppe etwas, das es vorher noch nicht gab. Unterstützer gäbe es bereits: Hunderte Unterzeichner des offenen Briefs an den Papst, aber auch der Pfarrer ihrer Gemeinde, Heilig-Kreuz, stehe hinter der Gruppe. Am vergangenen Wochenende wurde der Brief im Gottesdienst der Gemeinde vorgelesen. "Da war kurz Stille und dann haben alle applaudiert", sagt Mitinitiatorin Lisa Kötter auf katholisch.de